(Ab-)gestürzt

Ich hoffe sehr, dass es diesem Mann inzwischen besser geht. Es liegt mir fern, eine tragische Geschichte zu verharmlosen oder lächerlich zu machen. Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf die Formulierung der Meldung. Dies vorab, damit mich niemand missversteht.

Mindestens fünfmal musste ich diese kurze Zeitungsmeldung lesen, bis der Groschen gefallen ist:

Ein Rollstuhlfahrer (21) ist bei Landshut auf dem Heimweg von einem Gasthaus gestürzt. Er konnte sich nicht mehr selbst helfen, lag über eineinhalb Stunden bei eisiger Kälte auf der Straße – lebensgefährliche Unterkühlung.
(Hamburger Morgenpost, 02.02.2009) 

 

Und jetzt mal ehrlich: Wie lange haben Sie gebraucht, bis Sie verstanden haben, dass er eben nicht von dem Gasthaus gestürzt ist? Es ist ja sprachlich nicht mal falsch, was da steht, sondern einfach sehr ungünstig konstruiert.

Ein weiterer Beweis dafür, wie schwierig es ist, kurze Texte zu schreiben. Schwafeln kann fast jeder.

Kategorien: Kleiner Fehler, große Wirkung und getaggt , , , . | Kommentieren |

2 Kommentare

  1. Thomas Kochler
    Am 6. Februar 2009 um 11:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ganz ehrlich: Ohne den „Und jetzt mal ehrlich“-Kommentar wäre ich vermutlich überhaupt nicht dahinter gekommen und hätte es für eine Ente gehalten …

  2. Sprachpingel
    Am 6. Februar 2009 um 11:40 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, ich muss wohl auch ziemlich lustig ausgesehen haben, ehe ich dahinterkam: Heftiges Kopfschütteln, noch mal lesen, „Hä?! WAS?! Wie kommt der auf das Gasthaus?“

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