»Zwei Minuten für die Sprache« (3/2017): dasselbe und das Gleiche

Wenn zwei Personen mit jeweils einem grünen Smart unterwegs sind, dann fahren sie das gleiche Auto. Teilen sie sich dagegen einen Pkw, fahren sie dasselbe Auto. Der inhaltliche Unterschied zwischen »das gleiche X« und »dasselbe X« ist sicher keine Neuigkeit für Sie. Aber kennen Sie sich auch mit der dazugehörigen Rechtschreibung aus? Auch da gibt es nämlich deutliche Unterschiede.

So schreibt man das eine zusammen und das andere getrennt. Freundlicherweise passt die Zuordnung dabei zur Bedeutung, sodass man sich das gut merken kann: Bei »derselbe/dieselbe/dasselbe X« geht es um eine Sache, das schreibt man immer in einem Wort. Zwei Dinge sind bei »der/die/das gleiche X« im Spiel, und siehe da: Man schreibt es auseinander.

Steht eine solche Wendung ohne Substantiv, ist außerdem die Groß- und Kleinschreibung unterschiedlich:

Das ist alles das Gleiche.
Das ist alles (ein und) dasselbe.

Es gibt auch Fälle, in denen der Wortteil »selbe« nicht mit dem bestimmten Artikel (der, die, das) verschmolzen ist. Wenn nämlich ein Verhältniswort (Präposition) hinzukommt, das mit dem Artikel verbunden wird, bleibt »selbe« allein:

Wir gehen zum selben (= zu demselben) Konzert.
Sie saßen im selben (= in demselben) Flugzeug.

 

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Lass’ krachen!

Gestern am späten Abend meldete der NDR per Einblendung im aktuellen Fernsehprogramm, eine Oberleitung sei am Hamburger Hauptbahnhof auf einen ICE gekracht. Ich konsultierte das Internet – das gleiche Spiel: Oberleitung kracht auf ICE. Auch in den Nachrichten kracht es immer häufiger: Der Verkehrsfunk berichtet über Autos, die in Leitplanken gekracht sind, oder über Baugerüste, die bei Sturmböen herunterkrachen.

Ich zucke immer zusammen, wenn ich so etwas höre oder lese. Für mich ist krachen ganz klar Umgangssprache; auch der Duden kennzeichnet das Verb entsprechend (siehe hier; Bedeutung 2). Umgangssprache hat in Nachrichten und sonstigen Informationstexten nichts verloren. Eigentlich. Fakt ist aber: Sie breitet sich auch und gerade dort immer mehr aus; mit dem Effekt, dass Nachrichten (in meiner Wahrnehmung vor allem Regionalmeldungen im Radio) oft klingen, als hätte ein Grundschulkind den Text geliefert.

Ich schrieb ja neulich schon mal über die Sprachentwicklung im Zusammenhang mit englischen Begriffen: Wenn Wörter und Formulierungen von immer mehr Menschen benutzt werden, gehen sie irgendwann in den allgemeinen Sprachschatz über und landen dann entsprechend auch im Duden. Das ist grundsätzlich gut so, sonst würden wir immer noch sprechen und schreiben wie im letzten Jahrhundert, und das will ja auch keiner.

Aber krachen? Was kommt als Nächstes? Comic-artige Geräuschblasen über dem Bildmaterial? Geräuschunterstützung im Radio – crash, boom, bang? Die Hauptnachrichten erklären, ein Lkw sei in ein Stauende gedonnert oder ein Räuber habe in einer Bank herumgeballert – und keiner findet die Wortwahl seltsam?

Ich glaube, ich werde alt. 😉

Zurück zur Oberleitung: Heute Morgen krachte in den Berichten interessanterweise nichts mehr, weder im Radio noch online. Eine Oberleitung sei auf den ICE gefallen, hieß es an der einen, gestürzt an der anderen Stelle. Geht doch.

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»Zwei Minuten für die Sprache« (2/2017): Monate

Den ersten Monat des neuen Jahres hätten wir schon mal geschafft. Zum Glück! Januare fühlen sich immer furchtbar lang an, finde ich.

Moment mal: Januare?! Ist das richtig?

Ich habe mich das nie gefragt, weil ich dazu neige, Monate auch in solchen Fällen im Singular zu nennen (»Der Januar fühlt sich immer lang an« ist ebenso verständlich und eindeutig). Aber man könnte ja mal in die Verlegenheit kommen, einen Monat in den Plural setzen zu müssen. Und wie geht das dann?

Monate, die auf -er enden, bleiben im Plural unverändert:

die September, die Oktober, die November, die Dezember

Juni und Juli bekommen ein s angehängt:

die Junis, die Julis

Alle übrigen Monate bilden den Plural auf -e, so fürchterlich das auch teilweise aussehen und klingen mag:

die Januare, die Februare, die Märze, die Aprile, die Maie, die Auguste

Und da wir gerade dabei sind: Wie ist es mit dem Genitiv, den man zum Beispiel braucht, um Tageszeiten von bestimmten Daten zu benennen? Der hat meistens keine Endung:

am Morgen des 3. Februar, am Abend des 7. Juni

Ein angehängtes s ist auch möglich, aber nicht sehr gängig. Laut grünem Duden* kommt es bei den Monaten, die auf -er enden, häufiger vor als bei den anderen. Wenn Sie hier aber die Grundform beibehalten, machen Sie nichts falsch.

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* „Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“, Band 9 der Duden-Reihe, Berlin 2016

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (1/2017): Anglizismen

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich sehr dafür bin, Sprache bewusst zu verwenden. Vor allem das Englische beeinflusst unsere Sprache sehr und führt auch zu »neuen« Kreationen, von denen sich viele immer mehr verbreiten und einige vielleicht auch irgendwann im Duden ankommen. Schauen wir uns mal einige Beispiele an:

realisieren: Wenn jemand das Verb »realisieren« im Sinne von »begreifen« nutzt, heißt es oft, das sei doch eine falsche Übernahme aus dem Englischen. Tatsächlich ist die Bedeutung »erkennen, einsehen, begreifen« aber schon im Duden verzeichnet.

Expertise: Eine Expertise ist im Deutschen laut Duden (noch) ausschließlich ein Gutachten, aber kein Synonym für Fachwissen und/oder Erfahrung. Ich betone: noch. Denn die Verwendung im letzteren Sinne ist mittlerweile so verbreitet, dass sie vermutlich in einer der nächsten Auflagen enthalten sein wird.

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Update 20.09.2017:
Meine Fähigkeiten als Orakel sind gar nicht mal schlecht – siehe hier.
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ausrollen: Bis jetzt ist im Duden nur die wörtliche Bedeutung zu finden. Auch hier tippe ich aber inzwischen darauf, dass die Bedeutung des englischen »to roll out« über kurz oder lang im Duden stehen wird. Denn tatsächlich sagt »ausrollen« im Projektmanagement nicht genau dasselbe aus wie »umsetzen«, sondern beschreibt einen Prozess, in dem eine Neuerung nach und nach in verschiedenen Bereichen ankommt.

adressieren: Wir können Briefe und Pakete adressieren (also mit einer Adresse beschriften) oder auch (etwas veraltet) Worte an jemanden adressieren, aber keine Themen, Probleme oder Ähnliches. Die können wir ansprechen, thematisieren, ins Bewusstsein rücken, auf die Tagesordnung setzen … es gibt so viele Möglichkeiten!

Administration: Im Zuge der Präsidentenwahl in den USA war quer durch alle Medien wieder von der Administration die Rede, wenn die Regierung gemeint war. Ein klassischer Anglizismus: Im Deutschen ist Administration nichts anderes als Verwaltung, mit Regieren hat das Wort nichts zu tun.

Sie sehen: Sprache wandelt sich. Das ist grundsätzlich gut. Allerdings lohnt es sich immer, genau hinzuschauen, Entwicklungen zu beobachten und nicht alles unkritisch zu übernehmen. Tun wir das nicht, wird Sprache beliebig und verliert viel von ihrer Kraft.

 

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Apfelgriebsch, kalter Hund und das Gelbe vom Ei

Schon mehrfach – nämlich hier und hier – habe ich über den Atlas zur deutschen Alltagssprache berichtet, ein Projekt der Universität Salzburg, das sich schon seit 2003 mit der Kartierung von regional gebrauchten Begriffen beschäftigt. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Schriftdeutsch, sondern darum, wie Menschen in den verschiedenen Regionen des deutschen Sprachraums tatsächlich sprechen. Die abgefragten Begriffe und Redewendungen werden auf einer Landkarte markiert, sodass die Verteilung der unterschiedlichen Varianten ersichtlich wird.

Ich finde dieses Projekt sehr spannend: Zum einen wird mir dabei immer wieder bewusst, wie vielfältig die Alltagssprache ist; zum anderen erinnere ich mich an den Teil meiner Studienzeit, den ich in Stuttgart verbracht habe. Dort erntete ich nur fragende Blicke, wenn ich zum Beispiel von einem Feudel, einem Groschen (ja, die Studienzeit ist lange her), von Puschen oder davon sprach, dass jemand krüsch sei – Wörter, die hier im Norden völlig normal, 700 Kilometer südlich aber völlig unbekannt sind. Im Gegenzug lernte ich Begriffe wie Gutsle/Gutsla oder schleckig (das schwäbische Pendant zu krüsch).

Das Projekt geht mittlerweile in die 11. Runde, der Fragebogen dazu ist seit Kurzem online. Jede und jeder kann mitmachen – das Projektteam freut sich über rege Beteiligung!

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»Zwei Minuten für die Sprache« (12/2016): Ungenauigkeiten

Manche Teile kann man innerhalb eines Satzes verschieben, ohne dass sich dadurch die Aussage wesentlich verändert. In anderen Fällen ist das nicht so einfach möglich, jedenfalls nicht, wenn die Formulierung wirklich sauber sein soll: So ist »nicht nur« zum Beispiel etwas völlig anderes als »nur nicht«. Oft steckt der Teufel im Detail.

Letzte Woche hörte ich im Radio folgenden Satz:

Die Piloten drohen ab sofort mit Streiks.

Aus sprachlicher Sicht bezieht sich »ab sofort« in diesem Satz auf »drohen«. Dass die Piloten ab sofort drohen, ist ja erst mal noch nicht weiter neu. Gemeint war aber: Die Piloten drohen mit Streiks, die (ab) sofort beginnen können.

Noch ein Beispiel? Bitte schön:

Um eine kurzfristige Entlastung zu erreichen, müssen wir handeln.

Merken Sie, wo die Unschärfe liegt? Eine kurzfristige Entlastung hält nicht lange an. Gemeint war in diesem Fall, dass die Entlastung schnell eintritt (und dann auch bestehen bleibt). Das aber ist mit dieser Formulierung nicht gesagt. Sprachlich sauber ist es so: Um kurzfristig eine Entlastung zu erreichen, müssen wir handeln.

Natürlich ist in den meisten Fällen aus dem Zusammenhang verständlich, was gemeint ist. Das macht das alltägliche Leben leichter, aber in der Unternehmenskommunikation sollte es kein Argument dafür sein, Ungenauigkeiten gelten zu lassen. Lesen Sie deshalb Texte mit etwas Abstand nach dem Schreiben noch einmal auf solche Ungenauigkeiten durch. Sie werden staunen, was Sie da noch finden können!

 

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Unverzichtbar: Duden 1 und Duden 9

Ich werde immer wieder gefragt, welche Duden-Bände »man denn so haben sollte« – als jemand, der zwar viel schreiben muss, sich aber nicht hauptberuflich mit Sprache auseinandersetzt. Wir Sprachpingel haben natürlich eine ganze Reihe von Büchern und elektronischen Glossaren zur Hand, die wir konsultieren, allgemeine und auch solche für bestimmte Fachgebiete. Einige davon sehr speziell – mit dem Grammatik-Duden werde ich mich nie anfreunden! –, andere auch im Alltag sehr gut zu gebrauchen. Aber welche davon sind wirklich auch für Nicht-Lektoren sinnvoll und hilfreich?

Wirklich unverzichtbar sind aus meiner Sicht nur diese zwei Bände:

duden

Der gelbe Duden – klar, den kennt man: Rechtschreibung, Rechtschreibung, Rechtschreibung. Der kurze Weg zu richtigen Schreibweisen führt über die Suchfunktion auf der Duden-Website, aber ich selbst schlage auch sehr gern mal in einem »richtigen« Buch nach, wenn ich schon immer am Bildschirm lektoriere.

Völlig zu Unrecht weniger bekannt ist der grüne Duden, der gerade im Oktober in neuer, überarbeiteter Auflage erschienen ist und den ich weitaus häufiger zur Hand nehme als den gelben (okay, Rechtschreibung kann ich ja auch einigermaßen ;-)). Das »Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle« befasst sich mit Tausenden von Fragen, von denen man sich die meisten tatsächlich irgendwann in seinem (Schreiber-)Leben mal stellt. Zum Beispiel: Was ist der Unterschied zwischen »scheinbar» und »anscheinend«? Wie geht man orthografisch korrekt mit der Nennung beider Geschlechter in einem Text um? Wie ist das überhaupt mit Political Correctness in Texten? Meine Ausgabe ist voll mit kleinen Zetteln an den Stellen, die ich immer wieder mal nachlesen muss. Dieser Band erleichtert mir mein Lektorenleben sehr – und er eignet sich auch bestens für Nicht-Profis.

Wenn man diese beiden Duden-Bände griffbereit hat und benutzt, kann eigentlich schon gar nicht mehr so viel passieren. Wer mag, kann noch das Stilwörterbuch zur Hand nehmen, das viele Beispiele zur richtigen Anwendung von Wörtern bereithält.

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»Zwei Minuten für die Sprache« (11/2016): Relativpronomen

Retro-Chic: Was wir eigentlich nur aus der Mode kennen, gibt es auch in der Sprache. Da werden auf einmal Sachen wieder modern, die eigentlich schon erledigt geglaubt waren. So ein Phänomen beobachte ich seit einiger Zeit bei Relativpronomen.

Ein Relativsatz (hier jeweils grün gekennzeichnet) liefert eine nähere Beschreibung eines Aspekts aus dem Hauptsatz:

In dem Vortrag, der für große Erheiterung sorgte, ging es um XY.
Die Sendung, die ich gestern gesehen habe, war sehr interessant.

Sehr oft lese ich statt „der« »die«, »das« an dieser Stelle wieder »welcher«, »welche«, »welches«. Warum das so ist? Mir ist es ein Rätsel. Diese Formen wirken nicht nur umständlich und angestaubt, sie sind auch länger als »der«, »die«, »das«. Also: weg damit!

Überlegen kann man, wenn auf das Relativpronomen ein Artikel folgt, der zu einer Wortdopplung führen würde (»Der Wortbeitrag, der der Rede folgte, …«). In der Schule haben wir mal gelernt, dass in solchen Fällen »welche« eleganter ist. Auch das halte ich aber für überholt. Wer seinen Lesern nicht zutraut oder zumuten möchte, das zu sortieren, kann auch durch Umformulierungen für Klarheit sorgen (»Auf die Rede folgte ein Wortbeitrag. In diesem …«).

Nützlich als Relativpronomen ist vor allem »welches«, nämlich als Merkhilfe: Wenn ein »das« nach einem Komma steht, haben viele Menschen den Impuls, »dass« zu schreiben. Das ist aber nicht immer richtig. Hier gilt: Wenn sich das Wort an der fraglichen Stelle durch »welches« ersetzen ließe, ist das einfache s korrekt.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (10/2016): mutmaßlich vs. vermeintlich

Vor einiger Zeit schrieb mir eine Leserin, ihr falle immer häufiger die Verwechslung von »mutmaßlich« und »vermeintlich« auf. Spontan konnte ich diese Beobachtung nicht bestätigen, aber zumindest in die eine Richtung habe ich diesen Fehler inzwischen auch festgestellt: Oft sagt man »vermeintlich«, wo eigentlich »mutmaßlich« richtig wäre. Schauen wir also mal genauer hin.

Beide Begriffe sind Adjektive, und beide beschreiben eine Bewertung aufgrund von Annahmen und Indizien. Während aber »mutmaßlich« sozusagen die positive Variante ist (Duden: »aufgrund bestimmter Tatsachen, Anzeichen möglich, wahrscheinlich«), kennzeichnet »vermeintlich« tendenziell die gegenteilige Sachlage, nämlich eine irrige Annahme (Duden: »[irrtümlich, fälschlich] vermutet, angenommen; scheinbar«).

Ein mutmaßlicher Täter ist eine Person, von der man auf Basis aller gerade verfügbaren Indizien annehmen kann, dass sie eine bestimmte Tat begangen hat.

Entpuppt sich dieser Mensch aber im Nachhinein als völlig unbescholtener Bürger, dann war er nur vermeintlich der Täter. Im Rückblick kann man dann sagen, die Polizei suchte den vermeintlichen Täter; auch wenn er zum Zeitpunkt der Suche für die Beamten der mutmaßliche Täter war. Anders gesagt: Für den Gebrauch von »vermeintlich« benötigt man mehr gesicherte Informationen als für den von »mutmaßlich«.

Die Unterscheidung ähnelt ein wenig der zwischen »anscheinend« und »scheinbar«, über die ich hier schon einmal geschrieben habe.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (09/2016): Zahlen

Ich werde häufig gefragt, wie man Zahlen in verschiedenen Zusammenhängen als Wort schreibt. Deshalb gibt es heute eine kleine Sammlung der wichtigsten Regeln.

Starten wir mit dem, was einfach ist und was ich auch praktisch nie falsch geschrieben sehe: Zahlwörter, die adjektivisch gebraucht werden, schreibt man klein (jeder zweite Mensch, nach der sechsten Wiederholung). Und auch generell schreibt man Zahlwörter klein:

Sieben plus drei ist zehn.
Wir waren zu viert im Kino.
Um fünf hat sie Feierabend.
In der Rangliste steht er auf Platz sechs.

Und wann ist die Großschreibung erforderlich und richtig? Wie immer gilt auch hier, dass man Substantive großschreibt. Wenn also eine Zahl als Substantiv verwendet wird, bekommt sie einen großen Anfangsbuchstaben.

Ich habe eine Sechs gewürfelt.
Ach(,) du grüne Neune!

Auch wenn das Zahlwort für eine Person steht (und es diese nicht nur adjektivisch beschreibt, siehe oben), schreibt man groß:

Er ist Zweiter (= zweiter Sieger) geworden.
Jeder Vierte bekommt ein Eis.

Ein genereller Nachschlagetipp noch zum Abschluss: Im Duden sind die Schreibweisen zu Zahlen unter »acht« bzw. »achtzig« zusammengefasst.

 

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