Verlassenschaften

Ich war kürzlich in Wien. Auch wenn die Österreicher (im Gegensatz zu den Schweizern) genau die gleichen Rechtschreibregeln anwenden wie wir in Deutschland, ist es manchmal eine völlig andere Sprache. Mehrmals habe ich zum Beispiel an Geschäften dies gelesen:

Man kommt drauf, dass es das ist, was in Deutschland »Nachlass« heißt. Aber die erste Assoziation ist eine andere: nämlich die mit dem Wort »Hinterlassenschaften«. Und das finde ich eher unangenehm …

Kategorien: Österreichisch und andere Fremdsprachen und getaggt , . | Kommentieren |

9 Kommentare

  1. Erika Krammer-Riedl
    Am 2. Oktober 2013 um 13:53 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich muss schon wieder protestieren ;-). Verlassenschaften ist einfach falsch, es heißt (amtsdeutsch oder besser: amtsösterreichisch): Verlassenschaft

    • Sprachpingel
      Am 2. Oktober 2013 um 14:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Liebe Erika, du darfst gern protestieren, wenn etwas nicht stimmt – so viel du willst! Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass in diesem Beitrag das Bild verschwunden war. Ich habe es noch mal neu eingefügt, damit du siehst, dass ich mir den Plural nicht ausgedacht habe :-) Aber nur weil etwas an einem Geschäft steht, heißt das ja noch lange nicht, dass es auch richtig ist. Und für österreichische Begrifflichkeiten kann ich das einfach nicht selbst beurteilen. Deshalb danke für den Hinweis!

  2. Erika Krammer-Riedl
    Am 2. Oktober 2013 um 14:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Tja, in diesem Fall stimmt der Plural sogar, weil ja Nachlässe gekauft werden.
    Aber oft wird Verlassenschaften auch falsch verwendet und auch wir in Österreich denken dabei oft eher an Hinterlassenschaften von Vierbeinern … außer die Juristen natürlich.

    Wobei: Wenn man über Nachlass nachdenkt, hat der Begriff ja auch mehrere Bedeutungen.

  3. Erika Krammer-Riedl
    Am 2. Oktober 2013 um 14:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nachsatz: Toller Blog übrigens, gefällt mir :-)
    Bei uns sagt man der Blog, nicht das Blog, dafür das Mail und nicht die Mail und das Cola und nicht die Cola usw. usf.

    • Sprachpingel
      Am 2. Oktober 2013 um 14:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke, macht auch viel Spaß! Und beim Genus von »Blog« scheiden sich eh die Geister (der Duden legt sich ja auch nicht fest), die Debatte wird teils sehr hart geführt :-) Für mich ist klar: »das Logbuch«, also auch »das Blog«.

  4. Monika
    Am 12. August 2015 um 08:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ist ein Irrtum: es gibt auch Unterschiede in der Grammatik und in deren Verwendung. Österreich Deutsch ist mit deutsch Deutsch niemals zu verwechseln.
    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_Deutsch

    • Sprachpingel
      Am 12. August 2015 um 09:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das habe ich nicht bestritten, ich bezog mich ausschließlich auf die Rechtschreibung.

  5. Am 12. August 2015 um 09:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Da muss ich als österreichische Lektorin widersprechen: Die deutsche Grammatik ist in Österreich gleich wie im Deutschen – außer im Dialekt, aber das ist in Deutschland auch nicht anders (ich denke nur an Berlinerisch!).
    Auch alles, was da so gerne unter „Österreichisch“ angeführt wird, ist nichts anderes als österreichische Umgangssprache(n) oder Dialekt(e), diese Ausprägungen gibt’s in den deutschen Bundesländern genauso, von Amtssprache oder Fachsprache (z. B. Gastronomie) mal abgesehen.
    Was oft als „Österreichisch“ bezeichnet wird, ist im Grunde Wienerisch bzw. Ostösterreichisch. Man vergleiche nur die Dialekte von Vorarlbergern und Wienern … oder eines Bayern mit einem Hamburger – diese werden aber erstaunlicherweise beide als der deutschen Sprache zugehörig angesehen.

    • Sprachpingel
      Am 12. August 2015 um 09:35 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Danke für die Ergänzung, Erika – das ist dann so, wie man zum Beispiel in Hamburg sagt »Da nich(t) für!« (statt »Keine Ursache!«). In einer Hamburger Zeitung könnte man das auch so schreiben, weiter südlich würde jeder denken, da hätte die Schlussredaktion nicht aufgepasst.

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