Rubrik: U-Bahn-Gespräche

Knapp daneben ist manchmal völlig vorbei

Der Mensch, der die Handy-Flatrate erfunden hat, war mit Sicherheit ein Autofahrer. Hätte er gewusst, was man in öffentlichen Verkehrsmitteln jeden Tag so mit anhören muss, hätte er es sich anders überlegt, da bin ich ganz sicher.

Einmal bekam ich mit, wie eine junge Frau ihrem Gesprächspartner sehr ausführlich erläuterte, dass und wie bei ihrer Mutter Krebs diagnostiziert worden sei. Dass es kaum eine Heilungschance gebe. Und wie tapfer ihre Mutter sei. An den Gesichtern der anderen Fahrgäste konnte ich erkennen, dass es nicht nur mir unangenehm war, so private Dinge anzuhören. Die Tochter aber kümmerte das offenbar überhaupt nicht.

Der Dialog, von dem ich gestern die eine Hälfte mithören »durfte«, handelte zunächst von einem Unglück beim Haaretönen (»Boah, hast DU ein Glück, dass es nur getönt und nicht GEFÄRBT ist, sonst wären die Haare jetzt auch noch KAPUTT!«). Dann fragte die Frau ihre Gesprächspartnerin, ob diese noch kurz am Apparat bleiben könne. Offenbar wusste sie nicht genau, wie sie von der Haltestelle aus zu ihrem Zielort gehen musste, und erhoffte sich die Fern-Navigationsdienste der Freundin.

Was sie aber sagte, war: »Kannst du noch ein bisschen dranbleiben? Ich steige gleich aus, kannst du mich dann noch zurechtweisen

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U-Bahn-Gespräche (1)

Da sitzt eine Frau mit ihrer kleinen Tochter in der U-Bahn. Sie greift zum Handy und ruft jemanden an. Nach kurzem Plaudern sagt sie:

Wir kommen dann so in fünf Minuten am Hauptbahnhof an. Pickst du uns dann da up?

Mir wird immer klarer, warum so wenige Kinder gerade Sätze rausbringen können.

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