Rubrik: Makler und andere Spezialisten

Angestaubte Begriffe

In Deutschlands Amtsstuben gehört es zum guten Ton, Gesetze mit abenteuerlich langen Namen zu versehen. Zu diesen gehört – neben dem bisher ungetoppten Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz (RflEttÜAÜG) – auch das Verwaltungsmodernisierungsgrundsätzegesetz (VerwModGrG). Wenn ich diesen Namen schon lese, zweifle ich dran, ob es hier wirklich um Modernisierung gehen kann: Der beste Anfang für so ein Projekt wäre doch, solche Namensungetüme auszurotten.

Bleiben wir mal bei der Verwaltungssprache. Es gibt immer noch erstaunlich viele Begriffe, die förmlich nach lange ungeöffneten Aktenschränken und Mottenkugeln riechen und die trotzdem immer noch in Gebrauch sind – vor allem, aber durchaus nicht nur in Behördenschreiben.

Vor längerer Zeit schrieb ich ja schon mal über die Fehlbitte, die in Briefen meiner Hausverwaltung regelmäßig auftaucht. Auch der Vomhundertsatz begegnet mir noch erstaunlich häufig. Und das, obwohl alle Bezeichnungen mit »vom Hundert« mit dem Jahressteuergesetz 2006  (dann doch schon) in fast allen Steuergesetzen durch entsprechende Verbindungen mit »Prozent« ersetzt wurden. Soooo schnell gibt sich der Vomhundertsatz ja nicht geschlagen! Im gleichen Zug – zur Erinnerung: im Jahr 2006 – wurde übrigens der Begriff »Kraftdroschke« in den Steuergesetzen durch »Taxi« ersetzt. Hört, hört!

Bei Twitter berichtete neulich @pyrolim, es habe sich jemand für die Mühewaltung bedankt. Auch so ein Wort!

Und wer in Deutschland heiraten will, kommt um eine Ehefähigkeitsbescheinigung nicht herum. Klingt bombastisch, bescheinigt aber nur, dass jemand zum Zeitpunkt der Eheschließung nicht aus Versehen noch mit einer anderen Person verheiratet ist. Der Name »Ledigkeitsnachweis« klingt immer noch recht behördisch, aber man wüsste zumindest gleich, wozu der Wisch gedacht ist.

 

Welche Begriffe haben noch überlebt?

Ich freue mich über weitere Begriffe dieser Art – gern als Kommentare oder über Twitter (@Sprachpingel). Es sollten Begriffe sein, die heutzutage noch in amtlichen Schreiben vorkommen – gern auch mit Foto-Beweis und gern auch mit einem Vorschlag, was man stattdessen sagen könnte!

 

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25.02.2015: Ergänzung aus Twitter-Beiträgen:

Dem @rieksmeier fielen noch fernmündlichhochachtungsvoll und unterfertigen ein – Letzteres tun offenbar vor allem Steuerberater und Anwälte bzw. Notare gern heute noch, statt einfach zu unterschreiben.

Bei »hochachtungsvoll« als Briefabschluss scheiden sich nach meiner Erfahrung die Geister: Die einen finden es völlig normal bis sogar sehr höflich. Als ich in meiner Studienzeit in einer Hausverwaltung jobbte, lernte ich dort, dass man mit einem solchen Abschluss dem Empfänger durch die Blume mitteilt, er möge einem mal im Mondschein begegnen.

Frau @pyrolim ergänzte noch ein »mit vorzüglicher Hochachtung«, und @MorlockSocialMe brachte den Rechts- und den Linksunterzeichnenden ins Spiel.

Vielen Dank euch schon mal – ich führe die Liste gern weiter!

 

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Makler fahren nicht mit Bus und Bahn

Makler fahren offenbar nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Das müssen sie auch nicht; der Job ist mit dem Auto ganz sicher besser zu erledigen.

Was ich aber immer wieder erstaunlich finde, ist, wie viele von ihnen trotzdem meinen, das ÖPNV-Netz in Hamburg zu kennen. Ein kurzer Blick auf den (ohnehin mit dieser Anzeige verlinkten!) Stadtplan hätte gezeigt, dass hier etwas nicht stimmt:

U3 Uhlenhorst

Die Haltestelle der U3, die hier gemeint war, heißt Uhlandstraße. Eine Haltestelle mit Namen Uhlenhorst gibt es im gesamten Netz des HVV nicht. Uhlenhorst ist ein Stadtteil von Hamburg – der liegt durchaus in der Nähe der Haltestelle Uhlandstraße, aber selbige befindet sich nicht in Uhlenhorst, sondern in Hohenfelde.

Etwas anders liegt der Fall hier:

Bildschirmfoto 2014-09-16 um 16.45.34

Dieser Makler weiß immerhin, wie die Haltestelle heißt. Allerdings liegt sie auf der Linie U3, nicht auf der U2. Das tat sie mal, aber seit dem Linientausch, der vor inzwischen mehr als 5 Jahren abgeschlossen wurde, gehört sie zur Ringlinie, die so bereits zu Beginn des Hochbahn-Betriebs vor 100 Jahren verkehrte. Diese Ringstrecke als eine Linie wurde nämlich mit dem Linientausch wiederhergestellt. Dasselbe gilt auch für die Lübecker Straße, hier wäre die Angabe »(U1/U3)« richtig gewesen. Ein kurzer Blick auf den Verkehrsnetzplan des HVV, und dieser Fehler hätte sich vermeiden lassen.

Auch markante Plätze im Hamburger Stadtgebiet erhalten gern mal neue Namen: Um eine Wohnung in Barmbek-Nord (aufstrebend, aber in den Köpfen vieler Hamburger immer noch ein Arbeiterstadtteil, behaftet mit den entsprechenden Vorurteilen) zu vermieten, die fast direkt am Stadtpark liegt, wird selbiger schnell mal zum »Winterhuder Stadtpark« – das klingt doch gleich viel doller.

Bildschirmfoto 2014-10-13 um 13.40.22

Denn Winterhude, das von Barmbek aus gesehen auf der anderen Seite des Stadtparks liegt, ist definitiv deutlich schicker. Aber genauso wie Winterhude grenzen eben auch Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Alsterdorf an den Stadtpark. Zwar haben das Planetarium oder die Freilichtbühne im Stadtpark die Postleitzahl von Winterhude, aber zum Namen gehört der Stadtteil nicht. Der Stadtpark gehört allen Hamburgern. Deshalb heißt er auch einfach Stadtpark, offiziell auch mal Stadtpark Hamburg, aber ganz sicher nicht Winterhuder Stadtpark.

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Immo-Anzeigen: gesammelte Werke (Teil 4)

In letzter Zeit ist mein Steckenpferd, die Beschäftigung mit Wohnungsanzeigen aus sprachlicher Sicht, ein wenig kurz gekommen. Heute aber gibt es endlich mal wieder eine neue Folge!

Vor einigen Jahren erntete ich bei einer Wohnungsbesichtigung verständnislose Blicke einer Maklerin. Sie hatte in der Anzeige 4 Zimmer beschrieben, vorhanden waren aber nur 3. Auf  Nachfrage sprach die Dame: »Wieso – brauchen Sie denn 4 Zimmer?« Sie fand es noch nicht mal seltsam, eine 4-Zimmer-Wohnung zu annoncieren und damit Leuten die Zeit zu stehlen, für die eine 3-Zimmer-Wohnung gar nicht infrage kommt.

Ähnlich unentschieden zeigt sich dieser Vertreter:

3 oder 4

 

Während manch einer die Zimmer nur so ungefähr abzählt, gibt es andere, die es ganz genau nehmen:

5,2 Zimmer

Auch dieser Makler beugt vor: Wer – wie ja so sehr viele von uns – auf dunkle Buden steht, in die sich kaum je ein Sonnenstrahl verirrt, kann sich diese Besichtigung gleich mal sparen. Das nenn ich Service!

Wer helle Wohnungen mag

Vielen Maklern eigen ist die Angewohnheit, die Verhältnismäßigkeit der Preise und der Wohnungsgrößen zu beurteilen. Allerdings legen sie dabei erstaunlich häufig andere Maßstäbe an als ihre potenziellen Kunden:

Viel Platz für wenig Geld

Was ebenfalls nicht ausstirbt, ist der falsche Gebrauch des Fachvokabulars. Über die Maisonette habe ich mich hier schon mal ausführlich ausgelassen, aber auf mich hört ja mal wieder keiner 😉

Maisonette 2 Etagen

Von genereller Sorgfalt beim Schreiben und Formulieren will ich mal gar nicht anfangen. Damit höre ich lieber auf:

Hsdamburg netral

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Mehr gesammelte Werke:

Teil 2

Teil 3

 

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Warum nicht mal klein anfangen?

Neulich stieß ich in diesem Internet auf ein ganz neues Makler-Geschäftsmodell:

Kaufen Sie das Haus einfach Stück für Stück. Die Haustür kommt zuerst, dann die Wand drumrum. Wenn Sie dann wieder ein bisschen gespart haben, kaufen Sie die linke Außenwand. Und so weiter. Dass da noch niemand drauf gekommen ist!

Sie können auch mit Garten und Balkon beginnen. Wenn Sie Glück haben, gibt Ihnen der Anbieter gleich eine Wohnung dazu:

Vielleicht überlegen Sie aber auch ohnehin, sich zu verkleinern. Wer braucht schon 5 Zimmer – man ist ja eh immer bei der Arbeit, oder? Dann ist dieses Angebot, das mir die Übersetzerin Katja Heimann-Kiefer zugespielt hat, vielleicht etwas für Sie: 

Aber lassen Sie sich bloß nicht unter Druck setzen. Höchstens ein bisschen!

(Diese Wohnung war übrigens mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate, inseriert.)

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Immo-Anzeigen: gesammelte Werke (3)

Immobilienbeschreibungen – ein steter Quell der Freude. In Teil 3 der losen Reihe lernen wir etwas über Nähe und Entfernung.

unmittelbare Entfernung

Es gibt die Wendung »in unmittelbarer Nähe«. Die Abwandlung »in unmittelbarer Entfernung« ist in der deutschen Sprache allerdings nicht vorgesehen. Warum auch? Entfernung ist weit, »unmittelbar« drückt (zum Beispiel räumliche oder zeitliche) Nähe aus, die Kombination ergibt also gar keinen Sinn.

Gleich noch einer:

Bild 5

Auch hier geht es um Nähe, aber der Fehler ist völlig anders gelagert. Kürzlich ging es in einem meiner Newsletter um die korrekte Verwendung von Appositionen. Hier kommt zwar keine Apposition vor – das, was hier schief gelaufen ist, folgt aber einer ähnlichen Systematik: Das vorangestellte in der Nähe, das korrekt von einem Genitiv gefolgt wird, bezieht sich sowohl auf den See als auch auf den Friedhof. Das mit dem Genitiv geht beim See noch gut, beim Friedhof dann aber auf einmal nicht mehr. Richtig wäre:

Die Wohnung befindet sich in der Nähe des Bramfelder Sees und des Ohlsdorfer Friedhofs.

 

Und weiter geht’s:

Forderhaus

Das Charmante an diesem Schreibfehler ist, dass der Verfasser der Anzeige kein Immobilienmakler war, sondern ein Finanzdienstleister, der einen Büroraum untervermieten wollte – da kann man mal sehen, wie sehr man in seinen eigenen Begrifflichkeiten gefangen sein kann … 😉 Richtig wäre natürlich »Vorderhaus«.

Weitere sprachliche Immobilienpannen in Teil 1 und Teil 2.

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Immo-Anzeigen: gesammelte Werke (2)

Weiter geht es mit den skurrilen Fundstücken aus diversen Online-Immobilienanzeigen (Teil 1 ist hier nachzulesen).

Maklerkasper

Wer schon früh gelernt hat, seinen Namen zu tanzen, macht auch aus profanen Anzeigenüberschriften bunte und kreative Kunstwerke.

Bild 15

Immer wieder gern genommen: falsche Bindestrichsetzung und »Stiel« statt »Stil«. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft dieser Fehler vorkommt. Getoppt wird er regelmäßig nur von der Verballhornung des Begriffs »Pitchpine« (zum Beispiel hier oder hier).

Einkaufsherz

Das Einkaufsherz. Schön. Und das Ruheherz? Und das Erholungsherz? Und das Partyherz? Hm? HM??

Bild 16

Reinrassig. Ist klar. Damals, als es noch seriöse Züchter gab.

Bild 6

Kein Kommentar. 😉

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Immo-Anzeigen: gesammelte Werke (1)

Ich erwähnte ja schon das eine oder andere Mal, dass es zu meinen liebsten Hobbys gehört, mich durch Immobilienanzeigen zu klicken. Dabei finden sich die dollsten Sachen – im Positiven wie im Negativen, aber vor allem im Sprachlichen. Gesammelte Werke, Teil 1:

5-Zimmer

Wie das mit der korrekten Kopplung von »X-Zimmer-Wohnung« funktioniert, habe ich ja schon mehrfach erläutert (unter anderem hier). Hier gehört gar nichts gekoppelt. Der Strich ist falsch, dafür fehlt ein n am Ende: Natürlich muss es »Zimmern« heißen.

Zimmeraltbauwohnung

Das ist genauso falsch. »5-Zimmer-Altbau-Wohnung« wäre richtig, möglich wäre auch »5-Zimmer-Altbauwohnung«. Die Duden-Redaktion würde vermutlich »Fünfzimmeraltbauwohnung« präferieren; schließlich spricht sie sich auch für die Schreibweise »Dreizimmerwohnung« aus, die ich nur unter Schmerzen ertragen kann. Wo Ziffern die Übersicht erleichtern können, sollten sie das tun, also auch bei der Bezeichnung von Wohnungsgrößen. Und wenn man Ziffern schreibt, muss man koppeln – also bitte nicht so wie hier:

Curtage frei

Und da kommt auch gleich ein anderes Thema wieder hoch: Leute, gewöhnt euch doch bitte an, wenigstens die Begriffe korrekt zu schreiben, die ganz wesentlich zu eurem Arbeitsfeld gehören! Zweifellos gehört die Courtage bei Maklern nicht nur dazu, sondern steht sogar oft ganz oben auf der Prioritätenliste. Also bitte: Courtage, Courtage, Courtage! Und wenn es keine gibt, ist die Bude »courtagefrei« – in einem Wort.

Apropos »wesentliche Begriffe aus dem eigenen Arbeitsfeld« – das eben Gesagte gilt natürlich nicht nur für korrekte Schreibweisen, sondern auch für die Bedeutung dieser Begriffe. Auch hier ist entsprechendes Wissen nicht selbstverständlich vorauszusetzen, wie das folgende Fundstück zeigt:

Reihen-Maisonette-Haus

Der Begriff »Maisonette« leitet sich ab von »maison« (frz. Haus) und bezeichnet Wohnungen, die von innen wie ein Haus wirken, weil sie sich über zwei Ebenen erstrecken. Ein Haus aber ist ja bereits ein Haus – Sie verstehen, was ich meine? Die Beschreibung »Maisonette« lässt sich sinngemäß mit »hausartig« ins Deutsche übertragen, ist in Bezug auf ein Haus also völliger Blödsinn (aber immerhin ist der Begriff korrekt durchgekoppelt :-)).

Bei der Gelegenheit, auch wenn ich dazu gerade kein passendes Bild zur Hand habe: Auch die Bezeichnung »Maisonette-Wohnung« ist Unsinn, da »Maisonette« ja bereits »zweistöckige Wohnung« bedeutet.

To be continued …

 

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Nicht rechtschreibgeeignet

Manchmal überlege ich, ein separates Blog einzurichten, in dem es ausschließlich um die falsche Verwendung von Bindestrichen geht, das würde sich sicher genauso lohnen wie ein Blog zum Thema Deppen-Apostroph. Hier ein neues Fundstück aus einem Immobilienportal:

8 Wörter (wenn man die 5,5 als Wort zählt) – und dabei 5 Fehler, die mit Strichen zu tun haben. Holla!

Fangen wir mal hinten an. Das Phänomen, dass viele Menschen inzwischen nicht mal mehr das Vokabular ihres eigenen Tätigkeitsfelds beherrschen, habe ich ja schon sehr oft angesprochen (siehe zum Beispiel hier oder hier), aber es erschüttert mich immer wieder. Bezüglich der Zimmerzahl ist in Immobilienanzeigen alles dabei, von »X Zimmer Wohnung« über »X Zimmer-Wohnung« und »X-Zimmer Wohnung« bis zu »X-Zimmerwohnung« … nur die richtige Schreibweise »X-Zimmer-Wohnung«, also mit zwei Bindestrichen, sehe ich extrem selten.

Es geht weiter: Der Strich vor der 5,5 muss deutlich länger sein, denn es handelt sich hier um einen Gedankenstrich und nicht um einen Bindestrich.

Und schließlich: »NICHT-WG geeignet« ergibt in dieser Schreibweise sprachlich überhaupt keinen Sinn. Wenn eine Wohnung dazu angetan ist, darin eine Wohngemeinschaft zu eröffnen, dann ist sie »WG-geeignet« – zwischen diese beiden Wörter gehört ein Bindestrich. Ist die Bude zu klein oder will der Vermieter schlicht keine Wohngemeinschaften darin haben, dann heißt es korrekt »nicht WG-geeignet« (wenn die Verneinung betont werden soll, von mir aus auch »NICHT WG-geeignet«, auf jeden Fall aber ohne Bindestrich hinter dem »NICHT«).

Der Vollständigkeit halber: Vor die Auslassungspunkte am Ende gehört ein Leerschritt.

Ob ich mal Rechtschreibseminare für Makler anbieten soll?

 

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Wortschöpfungen aus der Werbewelt: die Liebesbrücke

Da hat mal jemand Fantasie bei der Namensfindung bewiesen:

(gesehen in der Matratzenzubehör-Abteilung eines Möbelhauses)

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Dahoam is dahoam!

Ein Immobilienportal schaltet Werbeanzeigen auf anderen Websites. Diese Anzeigen sehen zum Beispiel so aus:

Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie faszinierend ich es finde, wenn Menschen nicht einmal die Begriffe aus ihrem eigenen Tätigkeitsfeld richtig schreiben können (Pitschbein und so, Sie wissen schon). Die Begriffe »zu Hause« und »Zuhause« gehören definitiv zum Standardvokabular von Maklern und sonstigen Immobilienmenschen. Da erwarte ich dann aber schon, dass sie sie auseinanderhalten und erkennen können, welchen sie jeweils meinen.

Im Einzelnen:

  • Das, was in dieser Anzeige gemeint ist, ist eine Wohnung, ein Haus oder eine sonstige Unterkunft, die Menschen auf Dauer beheimatet: das Zuhause. Das ist ein Substantiv und wird deshalb großgeschrieben – und in einem Wort.
  • Ein solches Zuhause ist ein Ort, an dem Menschen zu Hause sind. Die Schreibung in zwei Worten ist ein Adverb: sich zu Hause fühlen, zu Hause bleiben, zu Hause sein. Möglich ist hier auch die Schreibung »zuhause«, in jedem Fall wird das Ganze aber mit kleinem z geschrieben.
  • Wenn man mit »Wo?« danach fragen kann, schreibt man korrekt »zu Hause«. Fragt man hingegen mit »Was?«, muss es (das/mein/in meinem …) »Zuhause« heißen.

Zurück zur obigen Anzeige: Sie fragt potenzielle Kunden, ob sie zu Hause – also (wo?) in ihrer Wohnung oder ihrem Haus – neue Dinge suchen. Viele Menschen suchen und finden in ihrem Zuhause dauernd Dinge – in der Regel allerdings eher keine wirklich neuen 🙂

Richtig wäre gewesen:

Neues Zuhause gesucht?

Und das haben die Macher des Portals in anderen Anzeigen interessanterweise auch begriffen:

Vielen Dank an Sabine für den Hinweis!

 

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