Rubrik: Hut ab!

Vorbildlich!

Kürzlich habe ich ja an dieser Stelle über den Unterschied zwischen »scheinbar« und »anscheinend« gebloggt – zwei Begriffe, die sehr häufig verwechselt werden. Gerade entdeckte ich eine geradezu gedrechselte Variante an einer Stelle, an der ich einen entsprechenden Fehler leichter verziehen hätte als anderswo, nämlich bei LinkedIn:

 

(Bild durch Klicken vergrößern)

 

Die Texte auf solchen Portalen werden ja häufig in zig Sprachen übersetzt, da hakt es dann gern mal hier und da. Besonders putzige Formen nimmt das hin und wieder bei Twitter an.

Aber dies hier ist vollkommen korrekt – und obendrein sehr vornehm ausgedrückt!

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Amtsdeutsch mit Humor

Gibt’s nicht? Doch, gibt’s!

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Was Fräulein Meier schon 1959 wusste

Vor einigen Jahren habe ich auf dem Wühltisch eins Antiquariats ein »Sekretärinnen-Handbuch – Handbuch für Sekretariatstechnik« aus dem Jahr 1959 gefunden und seitdem immer wieder großen Spaß daran, es durchzublättern. Neben vielen Ratschlägen, die heute liebenswert veraltet sind, findet sich dort auch erstaunlich Fortschrittliches. Im Kapitel »Deutsch – richtig und schön« heißt es unter anderem:

Bedenken Sie bei Ihrem Bemühen um ein gutes anschauliches Deutsch: Zeitwörter geben der Sprache Leben, Bewegung. Der berühmte Ausspruch Cäsars: ›Ich kam, ich sah, ich siegte (lat.: veni, vidi, vici)‹ veranschaulicht in drei Tätigkeitswörtern mehr als eine lange Geschichte mit vielen Hauptwörtern. Eine Häufung von Hauptwörtern wirkt starr und schwerfällig.

Nicht empfehlenswert: Ich habe in Erfahrung gebracht
Besser so: Ich habe erfahren
Nicht empfehlenswert: Ich ziehe in Erwägung
Besser so: Ich erwäge

(Quelle: Dr. Wolf-Pommrich, Sekretärinnen-Handbuch.
Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 1959)

Streckverben – so nennt man Konstruktionen wie »in Erwägung ziehen« (statt: erwägen) oder auch »in Rechnung stellen« (statt: berechnen) – wurden also schon in den fünfziger Jahren zu Recht als schlechtes Deutsch angesehen. Tatsächlich findet man sie heute nur noch in bestimmten Nischen, hauptsächlich Behörden und Verwaltungen.

Ich bin begeistert! 

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Hohe Kunst

Es gibt nicht mehr viele davon. Aber ab und zu sehe, lese, höre ich Werbebotschaften, die sprachlich einfach genial sind. Ich bewundere Leute, die so etwas können: mit wenigen Worten eine Sache genau auf den Punkt bringen – so, dass sie lange im Gedächtnis bleiben.

Mein derzeitiger Favorit in dieser Hinsicht ist das aktuelle Plakat von Brot für die Welt:

Dass hier die sprachliche Raffinesse und die gute Sache zusammenkommen, ist für mich das Tüpfelchen auf dem i.

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Warum denn immer »to go«?

Bei mir um die Ecke, in der Konditorei Weber* in der Hellbrookstraße in Hamburg, gibt es frisch gebrühten Kaffee zum Mitnehmen. Und weil diese Konditorei ein ganz wunderbares alteingesessenes Hamburger Geschäft ist, wollten die diesen neumodischen Coffee-to-go-Quatsch nicht mitmachen. Also haben sie überlegt und ihr Angebot anders genannt:


Finde ich super!

* (die leider keine Webseite hat, die ich hier verlinken könnte)

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