Rubrik: Allgemein

»Zwei Minuten für die Sprache« (2/2018): Respekt

Eine Leserin der »Zwei Minuten« fragte mich kürzlich, ob ich einmal etwas über Respekt schreiben könne. Genauer: Heißt es »Respekt vor etwas haben« oder »Respekt für etwas haben«? Das mache ich doch gern!

Tatsächlich lese ich in den letzten Jahren immer häufiger von Respekt für andere Menschen, für die Umwelt oder Ähnliches. Ich sehe darin einen Import aus dem Englischen. Der Merriam Webster führt als Beispiel unter anderem auf: »Despite our differences, I have enormous respect for him.«

Im Deutschen hat man Respekt vor etwas: vor einer Leistung, vor einer Person oder vor einer Aufgabe zum Beispiel. »Respekt für etwas/jemanden« findet sich bisher nicht im Duden. Ich empfinde die beiden Varianten auch als inhaltlich unterschiedlich.

Zwar drücken beide eine Form der Wertschätzung aus. In »Respekt vor« schwingt aber eine Note von innerer Anspannung mit, von Ehrfurcht; in Bezug auf höhergestellte Personen oder schwierige Aufgaben vielleicht sogar von Angst. Man selbst ordnet sich der Person oder der Sache, der man Respekt entgegenbringt, in gewisser Weise unter.

Dagegen ist das, was mit »Respekt für« ausgedrückt wird, in den meisten Fällen eine positive Wertschätzung, etwas Fürsorgliches und Wohlwollendes. Wenn eine Aussage über die eigene Position in dieser »Beziehung« enthalten ist, dann die einer Gleichrangigkeit: Man betont, dass man sich selbst nicht über die genannte Person oder Sache stellt. Etwas ganz anderes also als das, was in »Respekt vor« mitschwingt.

Wie gesagt: Noch ist die Wendung »Respekt für etwas/jemanden« gar nicht im Duden angekommen. Früher oder später wird sich das vermutlich ändern. Im Moment würde ich in diesen Fällen aber nach einer alternativen Formulierung suchen, die die positive Note stärker heraushebt: Die oben erwähnten Begriffe »Wertschätzung«, »Wohlwollen« und »Fürsorge« wären erste Ansatzpunkte.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (1/2018): eher so mittel

Die Abkürzung KMU ist in der Unternehmenskommunikation so verbreitet, dass man sie in einem Text eigentlich gar nicht mehr als solche einführen müsste. Den journalistischen Prinzipien folgend, tut man dies in der Regel trotzdem. Und dabei schüttle ich fast jedes Mal den Kopf.

In den allermeisten Fällen lese ich nämlich die Langfassung »kleine und mittlere Unternehmen«. Sogar im Duden ist das Kürzel so erläutert. Aber was sollen denn bitte mittlere Unternehmen sein? Es gibt kleine und große Unternehmen. Was sich weder der einen noch der anderen Kategorie zuordnen lässt, ist mittelgroß, aber nicht einfach nur mittel. Dieser Begriff allein bezieht sich nicht auf Größe, sondern bezeichnet lediglich die Abstufung einer separat zu nennenden Eigenschaft.

Duden hin oder her: Im Lektorat lasse ich »kleine und mittlere Unternehmen« nicht stehen, sondern ändere in »kleine und mittelgroße Unternehmen«.

Da ich gerade dabei bin: Auch die Platzierung des Wörtchens »mittel« hat durchaus ihre Tücken. Kürzlich las ich in einem Text von »mittleren Managern«. Damit kann auf der rein sprachlichen Ebene gemeint sein, dass die Führungskraft zwischen zwei Positionen oder Personen steht. Etwas hinterlistig gedacht, lässt es sich auch so deuten, dass sie mittelmäßig ist. Zwar erschloss sich aus dem Zusammenhang, was tatsächlich ausgedrückt werden sollte, aber »man versteht ja, was gemeint ist« reicht in der Unternehmenskommunikation nicht als Kriterium. In diesem Fall habe ich in «Führungskräfte auf der mittleren Managementebene« geändert.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (12/2017): Auf ein Neues!

Wer hier schon länger mitliest, erinnert sich sicher an verschiedene meiner Hinweise in den vergangenen Jahren, dass man das neue Jahr mit einem kleinen n schreibt:

Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr!

Das neue Jahr ist kein Eigenname, es gibt keinen Grund für ein großes N. So war bisher die Maßgabe, und diese Begründung findet sich auch noch in der 8. Auflage des 9er-Dudens (»Richtiges und gutes Deutsch«), die erst 2016 erschienen ist.

Im Sommer 2017 kam dann der Rechtschreibduden in neuer Auflage heraus: Darin findet sich nun auch das »Neue Jahr«. Allerdings ist die Schreibweise mit dem kleinen n als Empfehlung gekennzeichnet. Eine Erklärung für die Aufnahme der Variante mit großem N gibt es nicht; ich gehe davon aus, dass sie dem deskriptiven Ansatz der Redaktion geschuldet ist, nach dem diese den tatsächlichen Sprach- bzw. Schreibgebrauch abbildet. Deshalb ist jetzt zum Beispiel auch die »Expertise« erstmals mit der Zusatzbedeutung »Fachwissen« verzeichnet. Der Begriff wurde schon lange und sehr flächendeckend so benutzt, seine eigentliche Bedeutung im Deutschen war aber bislang mit »Gutachten« erschöpft.

Wenn also ausreichend Leute lange genug einen falschen Begriff oder eine bisher falsche Schreibweise nutzen, steht das Ganze irgendwann auch im Duden. Diesen deskriptiven Ansatz kann man gut finden oder nicht. Fakt ist: Sprache entwickelt sich und ist immer in Bewegung. Das macht sie so spannend, auch wenn ich mir bei manchen neuen Duden-Einträgen mehr Umsicht gewünscht hätte. Es ist mir zum Beispiel ein Rätsel, wie der objektiv völlig unsinnige Begriff »Internetblog« es zwischen die Buchdeckel schaffen konnte.

Zurück zum neuen Jahr: Ich sehe nach wie vor keinen Grund für ein großes N und werde es auch weiterhin nicht benutzen. Wenn Sie das aber immer schon besser fanden, haben Sie jetzt die Rechtschreibbibel als Argumentationshilfe.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (11/2017): integrieren und auf etwas bestehen

Jeder Mensch, der schreibt, hat bestimmte Wörter und Wendungen, die ihn immer wieder ins Schleudern bringen. Das Verb »integrieren« und die Wendung »bestehen auf« gehören nach meiner Beobachtung bei vielen dazu: Ist eine Leistung in das Angebot integriert oder in dem Angebot? Besteht der Geschäftspartner auf die Erfüllung oder auf der Erfüllung des Vertrages?

Schauen wir also mal genauer hin.

Wenn man »integrieren« als Tätigkeit bzw. Vorgang beschreibt, ist damit eine Richtung verbunden. Im obigen Beispiel würde man fragen: Wohin wird die Leistung integriert? Anhand dieser Frage wird klar, dass der Akkusativ korrekt ist, die Leistung wird in das Angebot integriert.

Etwas anders sieht es aus, wenn man nicht den Vorgang selbst beschreibt, sondern den Zustand nach der Integration. Ist zusätzlich das Ziel der Integration ein Ort, kommt laut Duden auch der Dativ (Frage: wo?) gelegentlich vor, der Akkusativ ist hier aber ebenso richtig: Die Firma X ist in dem oder auch in den Konzern Y integriert. Wenn Sie gern Faustregeln haben, merken Sie sich einfach, dass »integrieren«  mit dem Akkusativ kombiniert wird, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Und wie ist es mit »bestehen auf«? Das können Sie mit dem Dativ ebenso wie mit dem Akkusativ verbinden, allerdings ist erstere Variante verbreiteter. Entscheiden Sie sich also im Zweifel für den Dativ: Der Geschäftspartner besteht auf der Erfüllung des Vertrages.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (10/2017): Quellenangaben mit Präposition

Aus den Nachrichten kennen wir alle die indirekte Rede. Sie gibt, wie der Name schon sagt, eine Aussage nicht Wort für Wort wieder, sondern in mittelbarer Form. Das Verb der wiedergegebenen Aussage steht dann im Konjunktiv. Ein Beispiel:

Minister XY sagt wörtlich: »Das Gesetz ist ein großer Gewinn.«
Nachrichtensprecher: Der Minister sagte, das Gesetz sei ein großer Gewinn.

Ich gehe davon aus, dass die meisten von Ihnen das wussten. Tatsächlich geht es mir in diesem Newsletter auch nicht um die einfache indirekte Rede, sondern um Quellenangaben, die mit »laut«, »zufolge«, »gemäß« und ähnlichen Präpositionen gebildet werden. Dort finde ich nämlich bei meiner Arbeit sehr häufig ebenfalls Verben im Konjunktiv. Genau diese »Konkurrenzformen der indirekten Rede«, wie der Duden sie nennt, werden aber in der Regel ohne Konjunktiv gebildet:

Laut dem Minister ist (nicht: sei) das Gesetz ein großer Gewinn.
Dem Minister zufolge ist (nicht: sei) das Gesetz ein großer Gewinn.

Dass der Sprecher bzw. Schreiber hier die Meinung eines anderen wiedergibt, selbst aber keine Gewähr für die Gültigkeit der Aussage übernimmt, ist durch »laut« bzw. »zufolge« bereits ausgedrückt. Anders als im obigen Beispiel ist ein Konjunktiv dann nicht mehr nötig.

 

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Gerade schrieb ich es noch …

In diesem Beitrag orakelte ich Anfang dieses Jahres:

Expertise: Eine Expertise ist im Deutschen laut Duden (noch) ausschließlich ein Gutachten, aber kein Synonym für Fachwissen und/oder Erfahrung. Ich betone: noch. Denn die Verwendung im letzteren Sinne ist mittlerweile so verbreitet, dass sie vermutlich in einer der nächsten Auflagen enthalten sein wird.

Tatsächlich begegnet einem die Expertise ja überall – im alltäglichen Sprachgebrauch ebenso wie in der Werbung (Haarpflege!). Und schon seit langer Zeit ist in gefühlt mindestens 95 Prozent aller Fälle damit Fachwissen gemeint.

Dieser Tatsache konnte sich offenbar auch die Duden-Redaktion nicht mehr verschließen: In der kürzlich erschienenen 27. Auflage ist die Bedeutung nun auch verzeichnet.

Duden, Band 1, 27. Auflage (2017)

Darüber kann man nun jammern oder sich freuen – Tatsache ist, dass der Duden deskriptiv arbeitet, also den tatsächlichen Sprachgebrauch abbildet. Und nach diesem Maßstab war die Änderung zweifellos fällig. (Anders als die Aufnahme von »Internetblog«, die ich für den größten Unfug seit langer Zeit halte. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Für mich bedeutet die Änderung zur Expertise wohl oder übel, dass ich aufhöre, den Begriff zu korrigieren. Ich fürchte aber, es wird eine Weile dauern, bis ich mir den Reflex abtrainiert habe … ;-)

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»Zwei Minuten für die Sprache« (9/2017): insofern

Es gibt ja eine ganze Menge Wörter, die in schöner Regelmäßigkeit falsch gebraucht werden. Über viele habe ich schon geschrieben, eins aber fehlt in meiner Sammlung bisher, und das ist mir in den letzten Wochen extrem bewusst geworden: Es geht um »insofern«.

Sagen Sie mal aus dem Bauch heraus, welches Wort Sie nach dem Komma in folgendem Satz einfügen würden:

Der Termin ist insofern ungünstig, ___ er auf einen Feiertag fällt.

Auch viele Sprachprofis scheinen hier eine echte Schwäche zu haben. In den Nachrichten lese und höre ich zum Beispiel laufend Konstruktionen, in denen sich jemand mit »dass«, »weil« oder sogar »als dass« einen abbricht. Alles falsch!

Wenn die Einschränkung durch »insofern« näher erläutert wird, folgt nach dem Komma ein schlichtes »als«:

Der Termin ist insofern ungünstig, als er auf einen Feiertag fällt.

Das Gleiche gilt übrigens für »insoweit«. Jede andere der oben genannten Varianten ist falsch. Eine weitere Möglichkeit gibt es, die allerdings für den heutigen Sprachgebrauch sehr gehoben klingt und die ich deshalb für die Unternehmenskommunikation nicht empfehle. Sie können auf das »als« verzichten, wenn Sie »insofern« hinter das Komma verschieben:

Der Termin ist ungünstig, insofern er auf einen Feiertag fällt.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (7/2017): Gefällt mir (nicht)

Wie geht man eigentlich mit dem Verb »liken« im Deutschen um? Das werde ich ziemlich oft gefragt, und die Antwort ist gerade für die, die mit dem Englischen sehr vertraut sind, zunächst eher unbefriedigend.

Wenn Sie schreiben wollen, dass jemand den »Gefällt mir«-Button unter einem Artikel im Internet geklickt hat, welche Variante wählen Sie? Hat dieser jemand den Artikel »geliked«, »geliket«, »gelikt« oder noch anders?

Mir selbst wäre eigentlich die erste Variante am nächsten, denn da scheint das Englische (und damit die korrekte Aussprache) am meisten durch. Um mit Sprache umgehen zu können, benötigt man aber eine gewisse Systematik, mit der man sich Dinge herleiten kann (hier zum Beispiel den Gebrauch von »faken« oder »biken«). Deshalb folgen englische Verben, die ins Deutsche einwandern, den deutschen Konjugationsregeln.

Das sieht auf Anhieb furchtbar aus und lässt beim Lesen stolpern: »Viele Menschen haben den Artikel gelikt.« Dass diese Empfehlung der Duden-Redaktion aber doch durchaus sinnvoll ist, zeigt sich in Wendungen wie »die am häufigsten gelikten Artikel«: Denn da führt sich die Variante, die näher am englischen Original liegt (»die gelikeden Artikel«), ad absurdum.

Als Faustregel können Sie sich merken, dass die meisten dieser Verben schwach gebeugt werden, das heißt, man hängt die jeweilige Endung einfach an den Wortstamm an:

Ich like (fake, bike …)
du likst (fakst, bikst …)
usw.

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Herzlich willkommen in Winsen und Binz!

Wieder haben sich zwei korrekt geschriebene »Herzlich willkommen«-Begrüßungen angefunden, die ich sehr gern meiner zwar langsam, aber doch stetig wachsenden Sammlung leuchtender Beispiele hinzufüge.

Nummer 1 ist gar kein Schild, sondern ein Teppich – und der liegt im Eingangsbereich des Strandhotels Arkona in Binz. Vielen Dank an Lukas Jacob, der mir dieses Bild via Twitter geschickt hat!

Das zweite Schild habe ich selbst letzte Woche entdeckt, und zwar bei der Schlachterei Vick in Winsen/Luhe.

Ich sammle auch weiterhin Fotos von Schildern, Fahnen, Teppichen, Türen etc., auf denen »Herzlich willkommen« richtig geschrieben ist, nämlich mit kleinem w. Wo und wie ich die entgegennehme, steht hier. Die bisherigen Sammlerstücke sind in dieser Rubrik zu finden.

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»Zwei Minuten für die Sprache« (6/2017): Kopplungen aus deutschen und englischen Begriffen

Das heutige Thema verbreite ich zwar sehr häufig bei Twitter, aber ich habe es tatsächlich noch nie in einem Newsletter behandelt. Es geht um mehrteilige Begriffe mit englischen Elementen.

»Social Media«, »Big Data«, »Best Practice«: Diese und einige weitere Begriffe haben wir unübersetzt ins Deutsche übernommen. Sie sind jeweils als Einheit ähnlich wie ein Eigenname zu verstehen, weshalb man den jeweils ersten Bestandteil großschreibt, obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gibt: »social«, »big« und »best« sind Adjektive, also Eigenschaftswörter, die man im Deutschen generell kleinschreibt (und im Englischen sowieso). Ein Bindestrich steht hier nicht, weil diese Formen keine Kopplungen sind, sondern ganz gewöhnliche Kombinationen aus Adjektiv und Hauptwort.

Wenn man diese zweiteiligen Begriffe aber nun mit einem deutschen Hauptwort zusammensetzt, sodass die Kombination eine neue Gesamtheit bezeichnet, gelten für sie die gleichen Regeln wie für alle Zusammensetzungen im Deutschen: Aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzte Begriffe schreibt man entweder in einem Wort (wenn sie übersichtlich genug sind) oder koppelt sie mit Bindestrichen komplett durch.

In diesem Fall steht dann also auch zwischen den beiden englischen Bestandteilen ein Bindestrich:

Social-Media-Berater, Big-Data-Anwendung, Best-Practice-Beispiele

Die Schreibung in einem Wort scheidet aus naheliegenden Gründen aus: »Socialmediaberater« oder »Bigdataanwendung« lassen sich beim besten Willen nicht mehr als übersichtlich bezeichnen.

 

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