Rubrik: Aktuelles

»Zwei Minuten für die Sprache« – schwarz auf weiß!

Im November 2005 erschien die allererste Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«. Hätte mir damals jemand gesagt: »Diesen Newsletter verschickst du im Jahr 2013 immer noch jeden Monat, und es kommen immer noch laufend neue Abonnenten dazu!«, hätte ich wahrscheinlich mindestens Zweifel angemeldet. Aber genau so ist es. Und ich freue mich! Auch und besonders darüber, dass mich so viele von Ihnen und euch über die Jahre immer wieder gefragt haben, ob es die »Zwei Minuten« auch als Buch gibt.

Diese Frage habe ich bisher immer verneint. Aber auch die Zeiten sind jetzt vorbei:

40 Newsletter-Texte, die besonders häufige Unsicherheiten in Rechtschreibung, Grammatik und Stil behandeln, finden sich in diesem Buch. Jedem Kapitel ist – und das ist anders als in den Newslettern selbst – eine Multiple-Choice-Frage vorangestellt. Diese Fragen dienen als Einstimmung auf das jeweilige Thema und natürlich auch als Selbsttest für die Leserinnen und Leser. Die Antworten gehen in der Regel aus dem Folgetext hervor, sind aber im Anhang auch noch einmal gesammelt aufgeführt.

Satz und Umschlaggestaltung stammen von der wunderbaren Deichgrafikerin. Liebe Katja, danke für die wie immer tolle Zusammenarbeit!

Das Buch ist ab sofort erhältlich und kostet 8,90 Euro. Zu bestellen ist es zum Beispiel hier, hier oder hier – aber auch bei mir direkt und ganz besonders gern über jede Buchhandlung im wirklich wahren Leben.

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Juliane Topka
»Zwei Minuten für die Sprache – Tipps und Tricks, um besser zu schreiben«
BoD, ISBN: 978-3-7322-4797-4

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Alle Jahre wieder: Tipps für die Weihnachtspost

Seit einiger Zeit schon sind in den Kaufhäusern, Schreibwaren- und Geschenkeläden wieder Weihnachtskarten zu finden. Schöne und weniger schöne, mit traditionellen und modernen Bildern, lustige, besinnliche, peinliche … und vor allem viele fehlerhaft bedruckte!

Aber was die Verlage falsch drucken, muss man ja nicht auch noch bei der eigenen Post wiederholen. Deshalb hier – wie jedes Jahr – noch einmal die Checkliste für die richtigen Schreibweisen:

  1.  Das neue Jahr ist kein Eigenname, und auch sonst gibt es keinen Grund für ein großes N. Wer seinen Kunden und Geschäftspartnern ein frohes neues Jahr wünscht, hat alles richtig gemacht.
  2. Ja, »ins« ist eine Kurzform für »in das«. Trotzdem ist es unnötig, diese Kurzform mit Apostroph zu scheiben, denn sie ist eindeutig. Auslassungen muss man nur dann mit einem Apostroph kennzeichnen, wenn die Konstruktion anderenfalls Missverständnisse hervorrufen könnte. Richtig also zum Beispiel: »Kommen Sie gut ins neue Jahr!«
  3. Auch wenn das Wort in der Weihnachtspost eher selten vorkommt: Der letzte Tag des Jahres heißt »Silvester« – mit i, nicht mit y.
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Anglizismus des Jahres – mal im Positiven

Gestern bin ich über Twitter auf eine Aktion aufmerksam geworden, die ich höchst spannend finde: Da sucht eine Jury den Anglizismus des Jahres 2011.

Zuerst dachte ich – wie wahrscheinlich viele andere auch –, es ginge wieder einmal darum, hirnlose Übernahmen aus dem Englischen an den Pranger zu stellen. Gern gemacht, laut gelacht und das neue Sprachbewusstsein am nächsten Tag wieder vergessen.

Aber hier geht es um das genaue Gegenteil: Die Jury sucht nämlich solche Anglizismen, die gerade nicht genauso gut auf Deutsch ausgedrückt werden könnten. Ich zitiere aus den Nominierungsbedingungen:

Das Wort füllt eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz, entweder, indem es eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenziert oder indem es ein Wort für etwas bereitstellt, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte.

Sicher, der größte Teil der Anglizismen, die wir im täglichen Sprachgebrauch so von uns geben, ist überflüssig; ihr Inhalt ließe sich ebenso auf Deutsch sagen. Aber es gibt sie, diese Sonderfälle, die sich einfach nicht  ohne Verluste in Deutsche übertragen lassen. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit: »liken« ist einfach nicht dasselbe wie »mögen« und schon gar nicht adäquat ersetzbar durch »den Gefällt-mir-Knopf drücken«.

Um solche Begriffe geht es hier, und ich bin sehr gespannt, welche noch vorgeschlagen werden. Neu sollen sie sein und aus dem Englischen kommen, Produktnamen sind vom Wettbewerb ausgeschlossen. Hier könnt ihr/können Sie noch einmal alles nachlesen und Vorschläge einreichen: Anglizismus des Jahres 2011.

Mehr über die Hintergründe und auch über die diesjährige Jury findet sich in diesem Beitrag von Anatol Stefanowitsch im Sprachlog.

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