»Zwei Minuten für die Sprache« (10/2018): Namen und Titel

Das mit der Groß- und Kleinschreibung ist für Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen, ein schwieriges Feld. Dass auch viele Muttersprachlerinnen und Muttersprachler damit ihre Schwierigkeiten haben, macht es nicht leichter. Ich stelle zum Beispiel immer wieder fest, wie schnell man hierzulande dazu neigt, Wortkombinationen durch unnötige Großschreibung den Status von Eigennamen zu verleihen.

In Namen und Titeln schreibt man durchaus auch mal Adjektive oder Partizipien groß, die unter anderen Umständen immer kleingeschrieben werden: So haben deutsche Bürgerinnen und Bürger am Mittwoch den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Weitere Beispiele für Namen und Titel sind der Alte Fritz, das Statistische Bundesamt und der Indische Ozean.

In Begriffen wie künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, öffentlicher Personennahverkehr, soziale Medien oder organisierte Kriminalität ist die Großschreibung des jeweils ersten Teils sehr weit verbreitet, aber trotzdem falsch. Diese Wortkombinationen sind keine Eigennamen oder Titel, sondern schlicht beschreibende Bezeichnungen. Es gibt keinen Grund, mehr als das enthaltene Substantiv großzuschreiben.

 

Dies ist die Oktober-Ausgabe 2018 der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


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2 Kommentare

  1. Michael Reitz
    Am 5. Oktober 2018 um 15:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Dazu passt, dass unter nahezu allen Jura-Professoren die Annahme zu herrschen scheint, anolog zu Bürgerliches Gesetzbuch schriebe man „Übung im Bürgerlichen Recht“.

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