»Zwei Minuten für die Sprache« (10/2017): Quellenangaben mit Präposition

Aus den Nachrichten kennen wir alle die indirekte Rede. Sie gibt, wie der Name schon sagt, eine Aussage nicht Wort für Wort wieder, sondern in mittelbarer Form. Das Verb der wiedergegebenen Aussage steht dann im Konjunktiv. Ein Beispiel:

Minister XY sagt wörtlich: »Das Gesetz ist ein großer Gewinn.«
Nachrichtensprecher: Der Minister sagte, das Gesetz sei ein großer Gewinn.

Ich gehe davon aus, dass die meisten von Ihnen das wussten. Tatsächlich geht es mir in diesem Newsletter auch nicht um die einfache indirekte Rede, sondern um Quellenangaben, die mit »laut«, »zufolge«, »gemäß« und ähnlichen Präpositionen gebildet werden. Dort finde ich nämlich bei meiner Arbeit sehr häufig ebenfalls Verben im Konjunktiv. Genau diese »Konkurrenzformen der indirekten Rede«, wie der Duden sie nennt, werden aber in der Regel ohne Konjunktiv gebildet:

Laut dem Minister ist (nicht: sei) das Gesetz ein großer Gewinn.
Dem Minister zufolge ist (nicht: sei) das Gesetz ein großer Gewinn.

Dass der Sprecher bzw. Schreiber hier die Meinung eines anderen wiedergibt, selbst aber keine Gewähr für die Gültigkeit der Aussage übernimmt, ist durch »laut« bzw. »zufolge« bereits ausgedrückt. Anders als im obigen Beispiel ist ein Konjunktiv dann nicht mehr nötig.

 

Dies ist die Oktober-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


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