»Zwei Minuten für die Sprache« im Oktober: Höchstwerte und Mindestwerte

»Der Höchstwert liegt heute bei maximal 15 Grad.«
Aus einem Wetterbericht in einem x-beliebigen Radiosender

Wetterberichte sind offenbar besonders anfällig für falsches Deutsch. Merken Sie, was an dem oben zitierten Satz, der so oder so ähnlich fast jeden Tag aus dem Radio ertönt, falsch ist?

Da ist von einem Höchstwert die Rede, und das ist für sich schon eine Aussage. Wenn ich einen Höchstwert angebe, nenne ich damit die Obergrenze für die Werte, von denen ich spreche. Der Aspekt »maximal« ist in dem Begriff bereits enthalten und muss deshalb nicht separat angeführt werden. Ohnehin ist er nur die lateinischstämmige Entsprechung von »höchst(e)«. Richtig ist also:

»Der Höchstwert liegt heute bei 15 Grad.«

Ähnliches beobachte ich häufig bei Angaben von Mindestmengen. Da heißt es dann zum Beispiel »Mindestalter: ab 8 Jahre« oder »Mindestabnahme: ab 100 Stück«. Die Struktur ist hier genau die gleiche wie bei den Höchstwerten: Der Wortteil »Mindest« liefert das »ab« quasi mit; es noch einmal zu erwähnen, ist eine Dopplung.

Und wieder werden Texte ein wenig kürzer und klarer.

 

Dies ist die Oktober-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich an jedem ersten Freitag im Monat per Mail verschicke. Mehr Infos dazu gibt es hier.

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Seit Anfang September gibt es die »Zwei Minuten für die Sprache« auch als Buch! Mehr dazu hier.

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