»Zwei Minuten für die Sprache« (11/2019): Ordnung bei Zahlen

Heute greife ich gerne wieder einen Themenwunsch auf, den ich von einem Leser erhielt: Es geht um Zahlen, die den Platz in einer Reihenfolge bezeichnen.

Wenn jemand zum Beispiel 50 Jahre alt wird, feiert er seinen 50. Geburtstag. Genauso korrekt: seinen 50sten oder natürlich auch fünfzigsten Geburtstag. Der Punkt hinter der Zahl zeigt an, dass es sich um die Einordnung in eine Zahlenreihe handelt, die entsprechende Endung (»-sten«) setzt man dann beim Lesen automatisch hinzu. Genau dieses »-sten« ist in der zweiten Variante (50sten) in Buchstaben ausgeschrieben, ersetzt also den Punkt. Die häufig zu lesende Form »50.sten« ist falsch, denn sie doppelt den Zusatz, würde also ausgesprochen »fünfzigsten-sten« heißen.

Manche schreiben auch von einem »50zigsten« oder sogar »50.zigsten« Geburtstag. Wenn Sie das Stück für Stück laut aussprechen, merken Sie: In der ersten Variante ist das »zig« gedoppelt (»fünfzig-zigsten«), in der zweiten das »zig« und zusätzlich noch das »sten« (»fünfzigsten-zigsten«).

Die richtigen Schreibweisen sind sehr logisch und gar nicht schwierig zu verinnerlichen. Mit einem einfachen Punkt hinter der Zahl sind Sie auf der sicheren Seite und müssen sich keine Gedanken über weitere Buchstaben machen. Wenn Sie nicht von den Buchstaben lassen möchten, ist es tatsächlich eine gute Idee, die einzelnen Teile laut auszusprechen.

Eine Ausnahme bildet nur die 1: In Kombination mit ihr können Sie zwar den Punkt nehmen (»1. Tagesordnungspunkt«); Kombinationen aus Ziffer und Buchstaben (»1ster«, »1ter«) funktionieren hier aber nicht, weil es eben nicht »ein(s)ter« heißt, sondern »erster«.

 

Dies ist die November-Ausgabe 2019 der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
Mehr Infos dazu finden Sie hier.


Kategorien: Allgemein, Wussten Sie schon, ...? und getaggt , , , . | Kommentieren |

2 Kommentare

  1. Petra Hegner
    Am 4. Dezember 2019 um 09:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „Eine Ausnahme bildet nur die 1“ ist so nicht ganz richtig, es gibt ja auch noch die 3.
    Am 3. Geburtstag kann man ja auch nicht zum 3ten (drei-ten) Geburtstag machen. Hier heißt es doch, wenn überhaupt am 3ten Geburtstag. Oder vielleicht besser bei 3. oder dritten bleiben ;)
    Genau genommen, kann man den Punkt ja auch nicht universell mit „sten“ übersetzen, sondern eher mit „ten“. Das „s“ kommt doch nur durch die Verbindung von „zig“ mit „ten“ hinzu, z.B. fünfzig-s-ten, aber: zehn-ten, fünf-ten.
    Liebe Grüße, Spracherbsenzählerin Petra

    • Sprachpingel
      Am 4. Dezember 2019 um 09:28 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Da ist was dran, liebe Spracherbsenzählerin! :-)

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