»Zwei Minuten für die Sprache« im November: gesetzte Ziele

Viele Texte lassen sich schon mit einfachen Mitteln straffen und damit besser lesbar gestalten. Ein Ansatzpunkt sind Konstruktionen wie »die gesetzten Ziele«, »die gemachten Angaben« oder »nach erfolgter Anmeldung«.

In allen diesen Fällen können Sie das Partizip II, also das Wort in der Mitte, einfach streichen: Es doppelt etwas, was bereits im folgenden Hauptwort enthalten ist. Ziele wären keine Ziele, wenn nicht jemand sie vorher gesetzt hätte. Wenn Sie über Angaben sprechen, die irgendwo zu lesen sind, hat jemand sie vorher geschrieben, also gemacht. Und ein »nach Anmeldung« kann es nur geben, wenn die Anmeldung erfolgt ist.

Wenig überraschend ist, dass sich solche Kombinationen in der Behörden- und Juristensprache besonders hartnäckig halten. Trotzdem kommen sie auch außerhalb dieser Bereiche noch recht häufig vor. Sinnvoll sind sie aber nur dann, wenn die Tätigkeit gleichzeitig näher bestimmt wird: »die bei Projektbeginn gesetzten Ziele«, »die in Teil 1 gemachten Angaben«, »die im Januar erfolgte Anmeldung«.

Die behördische Note bleibt dabei aber bestehen. Deshalb lohnt es sich meist, den Satz umzuformulieren: »Die Ziele, die das Team (sich) bei Projektbeginn gesetzt hat« ist aktiver, klarer und deutlich lesefreundlicher als »die bei Projektbeginn gesetzten Ziele«.

 

Dies ist die November-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich an jedem ersten Freitag im Monat per Mail verschicke. Mehr Infos dazu gibt es hier.


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