»Zwei Minuten für die Sprache« (6/2021): Striche

Nach der April-Ausgabe der »Zwei Minuten« über Kopplungen bekam ich viele Mails mit der Bitte, doch mal über die wichtigsten Arten von Strichen und ihren Gebrauch zu schreiben. Gerne doch!

Im Wesentlichen brauchen Sie in deutschen Texten zwei Striche:

  • Das Divis (-) finden Sie auf der Tastatur unterhalb von Ö und Ä oder auch als Minuszeichen auf dem Ziffernblock.
  • Für den Halbgeviertstrich (–) drücken Sie am PC die Strg-Taste und das Minuszeichen des Ziffernblocks (!) gleichzeitig, oder Sie geben bei gedrückter Alt-Taste auf dem Ziffernblock 0150 ein. Am Mac drücken Sie einfach ALT+[-]

Das Divis (auch Viertelgeviertstrich) ist das richtige Zeichen für Kopplungen (Bindestrich) und für die Silbentrennung. Als Ergänzungsstrich können Sie dieses Zeichen nutzen, um Dopplungen zu vermeiden; etwa wenn Sie zwei zusammengesetzte Wörter nennen, die sich einen Bestandteil teilen: »Erdbeer- und Vanilleeis« ist kürzer als »Erdbeereis und Vanilleeis« – und genauso verständlich.

Der Halbgeviertstrich ist der klassische Gedankenstrich. Wenn Sie ihn als solchen benutzen, steht davor und dahinter jeweils ein Leerschritt. In Layouts ist es ggf. nur ein kleiner Festabstand, in jedem Fall aber ein Abstand. Wichtig: Im Fließtext sollten Gedankenstriche nicht am Zeilenanfang stehen!

Ohne Leerschritte können Sie den Halbgeviertstrich als Streckenstrich nutzen, um zum Beispiel Städteverbindungen zu beschreiben (»die Strecke Hamburg–München«). Häufiger werden Sie ihn aber als Bis-Strich brauchen: Auch dann steht er ohne Leerschritte bzw. Festabstände (»Sprechstunde: Mo–Fr 10–12 Uhr«). In Fließtexten ist es allerdings immer besser, »bis« auszuschreiben. Wenn »von« vorangestellt ist, muss »bis« ausgeschrieben werden. Die Kombination aus »von« und dem Bis-Strich (»von 10–12 Uhr«) ist falsch.

Achten Sie darauf, dass nicht verschiedene Arten von Strichen aufeinandertreffen. Der Klassiker sind Häufigkeitsangaben: »zwei-–dreimal« sieht nicht nur blöd aus, sondern sorgt auch für Verwirrung. Hier schreiben Sie »bis« aus: »zwei- bis dreimal«.

 

Dies ist die Juni-Ausgabe 2021 der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
Mehr Infos dazu finden Sie hier.


 

Kategorien: Allgemein, Wussten Sie schon, ...? und getaggt , , , , , , , . | Kommentieren |

2 Kommentare

  1. Erika Petter
    Am 7. Juni 2021 um 09:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sehr interessant, wie es Ihre Blog-Einträge übrigens immer sind! Kompliment! Was den Bis-Strich betrifft, geht man nach Din5008 (https://www.cabeweb.de/html/din5008.htm) auch anders vor und setzt davor und dahinter einen Leerstrich. Nur so, als Ergänzung.
    Herzliche Grüße
    Erika

    • Sprachpingel
      Am 7. Juni 2021 um 09:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ja, das ist mir bekannt. Danke trotzdem für die Ergänzung – und natürlich für das schöne Feedback!

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*

*