»Zwei Minuten für die Sprache« im Januar: Wann nutzt man welche Anführungszeichen?

Wann verwendet man welche Anführungszeichen? Dazu erreichen mich immer wieder Fragen, von denen ich einige heute beantworte.

Im Deutschen gibt es zwei gängige Formen: die klassischen Gänsefüßchen („…“), die vorn unten und hinten oben stehen, und die Guillemets (»…«). In der Schweiz zeigen die Spitzen dieser Guillemets vom Zitat weg («…»), und in anderen Sprachen gibt es teilweise noch weitere Formen von Anführungszeichen.

Wie ist es nun innerhalb eines deutschsprachigen Texts mit anderssprachigen Auszügen? Wenn man nur einzelne Wörter oder Wendungen zitiert, verwendet man die gleichen (deutschen) Anführungszeichen wie im restlichen Text. Zitiert man aber einen kompletten Satz oder sogar Abschnitt in einer anderen Sprache, verwendet man für dieses Zitat im Allgemeinen die Anführungszeichen, die in der betreffenden Sprache korrekt sind (bei englischsprachigen Passagen zum Beispiel stehen dann sowohl an- als auch abführende Zeichen oben).

Einfache (halbe) Anführungszeichen sind ausschließlich dazu gedacht, Anführungen innerhalb von Zitaten zu kennzeichnen. Ich sehe häufig, dass sie als Ersatz für die normalen Anführungszeichen verwendet werden, das ist aber falsch. Dieser Gebrauch ist in wissenschaftlichen Arbeiten verbreitet, um die Einführung einzelner Begriffe von echten Zitaten abzugrenzen. Auch in diesem Bereich gehen die Empfehlungen aber inzwischen dahin, solche Begriffe anders hervorzuheben, etwa durch Kursivschreibung.

Übrigens: Die Frage, wann man Anführungszeichen überhaupt verwendet, habe ich vor längerer Zeit schon in einem Newsletter behandelt. Die wesentlichen Punkte dazu finden Sie noch einmal in diesem Blogartikel.

 

Dies ist die Januar-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


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