»Zwei Minuten für die Sprache« (8/2020): Apposition

Lesen Sie mal den folgenden Satz und überlegen Sie, ob er für Sie richtig klingt:

Zurzeit ist Fritz Muster Chef der Agentur XY,
einem Unternehmen der YZ AG.

Den Teil, der nach dem Komma folgt, nennt man Apposition (Beisatz). Ein solcher Beisatz erläutert etwas näher, was vorher genannt wurde. Entsprechend gehört diese inhaltliche Ergänzung dann auch in den grammatischen Rahmen, den das Bezugswort vorgibt: Steht es im Genitiv, gilt das auch für die Apposition; steht das Bezugswort zum Beispiel im Akkusativ, antwortet auch die Apposition auf die Frage »wen oder was?«. Richtig ist also:

Zurzeit ist Fritz Muster Chef (wessen? → Genitiv) der Agentur XY,
(→ auch Genitiv) eines Unternehmens der YZ AG.

Viele Menschen setzen Appositionen aber grundsätzlich und ohne grammatische Detailbetrachtung in den Dativ (Frage: wem?). Dieser Fehler ist auch unter Schreib-Profis so verbreitet, dass man vermuten könnte, die Apposition mit Dativ würde irgendwo als eiserne Grundregel gelehrt. Für viele Menschen klingt sie so vertraut, dass sie keinen Fehler wahrnehmen.

Wenn Sie unsicher sind, prüfen Sie, ob der Satz grammatisch auch ohne das Bezugswort funktionieren würde (hier: »Zurzeit ist Fritz Muster Chef eines Unternehmens der YZ AG.«). Eine Apposition im Dativ ist nur dann richtig, wenn auch das Bezugswort im Dativ steht. Zum Beispiel:

Wir sind heute zum Interview verabredet mit (wem? → Dativ) Fritz Muster,
(→ auch Dativ) dem Chef der Agentur XY.

Machen Sie sich immer klar, auf welche Frage das Bezugswort antwortet. Dann wissen Sie auch, wie der Beisatz lauten muss.

 

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