Tolles Projekt: Atlas zur deutschen Alltagssprache

Die Universität Augsburg arbeitet seit einiger Zeit an einem sehr interessanten Sprachprojekt: Der Fachbereich Germanistik kartiert Begriffe aus der deutschen Alltagssprache, das heißt, die Linguisten protokollieren, welche Wörter für bestimmte Dinge in welchen Gegenden des deutschen Sprachraums benutzt werden. So entsteht nach und nach der »Atlas zur deutschen Alltagssprache«.

Dazu gibt es in Runden aufgeteilte Online-Umfragen, an denen jeder teilnehmen kann. Man gibt ein, in welchem Teil Deutschlands man wohnt oder sprachlich geprägt wurde, und kreuzt jeweils an, welche Begriffe dort üblich sind. Es geht ausdrücklich nicht darum zu wissen, was korrektes Deutsch ist, sondern darum, was in der täglich gesprochenen Sprache üblich ist. Die Auswertungen der einzelnen Runden – derzeit läuft gerade die neunte – führen zu Landkarten, in denen die Häufigkeit der einzelnen Begriffe grafisch dargestellt ist.

Da lacht das Sprachlerherz: Abgesehen davon, dass es interessant ist zu erfahren, wie verbreitet die eigenen Begriffe und Wendungen sind, finde ich es auch immer wieder faszinierend, was für Auswahlmöglichkeiten sich in den Fragebögen bieten. So habe ich in der neunten Runde gelernt, dass man irgendwo auch »Heubürzli«, »Gigastutz«, »Purzigagile« oder »Kusselkopp« sagt, wenn ich von einem »Purzelbaum« sprechen würde.

Hier geht es zur aktuellen neunten Runde der Umfrage. Weitere Infos zum Projekt »Atlas zur deutschen Alltagssprache« gibt es hier.

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Ein Kommentar

  1. sonnentag elisabeth
    Am 8. Februar 2013 um 15:58 Uhr veröffentlicht | Permalink

    wie die swp ulm heute (8.2.13) schreibt, heiße der brotANSCHNITT riebele, knäusle, ranft usw.
    mir sind die aufgeführten begriffe nur als bezeichnungen für den brotREST. bekannt:
    die (wohl bekannteste?) quelle, die ich hier anführe: eduard mörike, -das stuttgarter hutzelmännlein- (bertulius verlag stuttgart, 2002) spricht vom „ränftlein“, dem REST eines brotes: „so viel du davon schneidest, so viel wachst immer wieder nach .. wenn du nur auch ein ränftlein fingersbreit übrig behältst.“ so das hutzelmännlein zum schustergesellen. a.a.o.
    S.6
    übrigens- im „ellwanger land“ (ellwangen/jagst) wird dieses letzte stück – stietzele- genannt.
    weiteres gutes gelingen wünscht
    elisabeth sonnentag

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