Kosten im Sinkflug?

Beim Lektorieren geht es in erster Linie darum, dass ein Text sprachlich korrekt, gut strukturiert und leicht lesbar ist, dass er auf den beabsichtigten Empfängerkreis zugeschnitten ist, dass einheitliche Schreibweisen verwendet werden usw.

Es kommt aber auch vor, dass die Lektorin/der Lektor noch inhaltliche Fehler findet (und selbstverständlich anstreicht), auch wenn vorher beim Auftraggeber schon drei Leute den Text bearbeitet haben, die sie eigentlich hätten bemerken müssen. Aber diese Betriebsblindheit ist etwas ganz Normales. Jeder, der schon einmal selbst Texte verfasst hat, kennt sie: Irgendwann sieht man einfach nichts mehr. 

In diesem Fall ging es um Kosten in einem bestimmten Unternehmensbereich. Es hieß, sie seien um 141 % gesenkt worden. Vermutlich ein simpler Tippfehler; eine der drei Ziffern wird sich durch einen Fehlgriff auf der Tastatur versehentlich eingeschlichen haben. Schließlich können Kosten nur um maximal 100 % sinken, dann sind keine mehr vorhanden. Das ist mit Sicherheit auch den Autoren dieses Texts bekannt gewesen, aber obwohl bereits mehrere Leute den Text gegengelesen hatten, war es niemandem aufgefallen. Lektorat lohnt sich manchmal sogar doppelt!

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