Keine Panik!

Mit Kopplungen aus mehreren Begriffen ist das immer so eine Sache. Um zu entscheiden, wie man sie schreibt, lauten die wichtigsten Fragen: Wie ist es am leichtesten lesbar? Kann eine der möglichen Schreibungen für Missverständnisse sorgen?

Im der folgenden Stellenanzeige sind vier Begriffe gekoppelt:

Wenn der Zeilenumbruch nicht (glücklicherweise!) nötig wäre, sähe dieses Wort so aus:

Sekretariatspanischorganisationsprofi

Diese Konstruktion ist nicht nur unübersichtlich, sondern auch höchst irreführend. Denn was ich zuerst lese, ist »Sekretariatspanisch-«. Und was denke (nicht nur) ich dabei? Die suchen jemanden, der »sekretariatspanisch« ist, also große Angst vor dem Sekretariat hat.

Sortieren wir also mal auseinander. Gesucht ist ja ein Mensch, der in Sachen Sekretariat und Organisation richtig was drauf hat und obendrein noch perfekt Spanisch spricht. In Langfassung also ein Sekretariatsprofi, ein Spanischprofi und ein Organisationsprofi in einer Person.

Nun wäre aber nichts damit gerettet, ein Fugen-s zu ergänzen (»sekretariatsspanisch…«), damit man das s von »spanisch« nicht mehr als solches missversteht. Das Wort wäre immer noch genauso lang und unübersichtlich. Die Aufteilung mithilfe von Bindestrichen liegt nahe (»Sekretariats-Spanisch-Organisations-Profi«), aber die drei Anforderungen sind ja gleichrangig und bedingen einander nicht. Deshalb würde ich eher mit Schräg- als mit Bindestrichen arbeiten. Also so:

Sekretariats-/Spanisch-/Organisations-Profi

Wirklich schön ist aber auch das nicht. Wäre ich für die Druckfreigabe verantwortlich gewesen, hätte ich geschrieben:

Sekretariatsprofi mit ausgeprägtem Organisationstalent und perfekten Spanischkenntnissen

Zugegeben, das ist länger als die Ursprungsfassung. Aber man versteht auf Anhieb, was die Firma sucht, und darauf kommt es an.

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