In eigener Sache

Es kommt immer mal wieder vor, dass mich jemand explizit bittet, beim Lektorieren nur eindeutige Korrekturen vorzunehmen – klare Korrekturanweisungen geben, nicht mehrere Alternativen vorschlagen, keine Fragen an den Rand schreiben und so.

So gut ich die Bitte nach Eindeutigkeit auch nachvollziehen kann, so schwierig ist sie oft umzusetzen. Denn Sprache ist nicht objektiv. Wenn ein Satz in der Ausgangsfassung mehrere Interpretationsmöglichkeiten offenlässt, wäre es fahrlässig, nicht darauf hinzuweisen. Aus der externen Perspektive lässt sich nicht immer eindeutig ableiten, was gemeint ist. Und wenn der Lektor sich keinen klaren Reim drauf machen kann, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass es später den Lesern auch so gehen wird.

Merke: Ein schlecht verständlicher Text wird nicht dadurch verständlicher, dass alles richtig geschrieben ist.

Ganz abgesehen davon kann schon ein umgestelltes Komma den Sinn eines Satzes völlig verändern. Heißt: Wenn ein Lektor gelegentlich anstrengend wird, zeigt das in aller Regel, dass es eine gute Idee war, ihn zu engagieren. ;-)

Kategorien: Allgemein. | Kommentieren |

Ein Kommentar

  1. Britta Metzing
    Am 19. Oktober 2010 um 13:52 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Dem kann ich nur beipflichten! Vielen Dank für die Argumentationshilfe ;-)

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