»&« ist nicht gleich »und«

Das sogenannte Et-Zeichen (&) ist aus einer verschnörkelten Schreibweise des lateinischen Wortes »et« (»und«) entstanden und landläufig auch als »kaufmännisches Und« bekannt.

Obwohl das &-Zeichen als »und« gelesen wird und keine andere Bedeutung haben kann, darf man es aber nicht einfach überall einsetzen, wo man sonst »und« schreiben würde. Tatsächlich sind die Anwendungsmöglichkeiten dieses Schnörkels stark eingeschränkt. Der Name »kaufmännisches Und« deutet bereits an, wozu das Zeichen gedacht ist: Es kommt in Firmenbezeichnungen vor – und zwar, wenn man sich an die Regeln hält, ausschließlich dort:

Meyer & Söhne, Schmidt & Müller GmbH

Vertretbar ist es aus meiner Sicht als Lektorin noch, das &-Zeichen für Abteilungs-, Projekt- oder ähnliche Bezeichnungen (zum Beispiel »Marketing & Sales«) oder bei stichpunktartigen Aufzählungen zu benutzen. In Fließtexten hat es aber definitiv nichts verloren, da bin ich gnadenlos. Überhaupt ist man in Fließtexten immer gut beraten, auf Abkürzungen so weit wie möglich zu verzichten.

Und mal ehrlich: So viel mehr Zeit kostet das Ausschreiben in diesem Fall nun wirklich nicht.

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5 Kommentare

  1. Alexander
    Am 30. Mai 2013 um 20:20 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „So viel mehr Zeit kostet das Ausschreiben in diesem Fall nun wirklich nicht.“

    Naja, es kommt drauf an, wie man schreibt. Wenn man sich im Schriftdeutsch nur in Beamten-Bandwurm-Sätzen ausdrücken kann, selbst auf völlig inoffiziellen Post-Its, dann spart so ein „&“ verglichen mit “ und “ schon einiges an Platz und Zeit.

    Klar wäre es auf den ersten Blick einfacher, sich das Beamtengeschwafel abzugewöhnen, aber das versuche ich meinen lieben Kollegen nun schon seit fast drei Jahren beizubringen.

    Gruß
    Alexander

  2. Jens Reichel
    Am 10. Juni 2013 um 09:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Interessanter Artikel – darüber hatte ich noch nie nachgedacht. Intuitiv habe ich das Zeichen meist richtig (also sehr sparsam) eingesetzt, aber ich verwende es hin und wieder am Ende privater E-Mails, die einer im Namen von zwei Personen schreibt, z. B. so:

    Viel Erfolg dabei und liebe Grüße

    Peter & Paul

    Ist das in Ihren Augen Fließtext und die Verwendung somit falsch oder fällt diese Verwendung eher in die Kategorie „Meyer & Söhne“?

    • Sprachpingel
      Am 10. Juni 2013 um 14:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Gute Frage. Wenn es nur die beiden Alternativen gibt, ist es Fließtext. Allerdings bin ich bei privaten E-Mails und Briefen nicht so streng; da ist erlaubt, was gefällt. :-)

  3. Sabine Aurora Arelie
    Am 23. Mai 2019 um 11:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

    man sieht dieses Zeichen / Symbol & immer öfters bei Hochzeitseinladungen
    Sabine & Marko z.B.
    ist das ok oder doch lieber das Wort und
    Sabine und Marko
    besser.

    ich bin mir nicht sicher was die richtige Verwendung ist
    Vielleicht können sie mir helfen

    • Sprachpingel
      Am 23. Mai 2019 um 13:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Im privaten Kontext ist das ok, finde ich – und bei Hochzeitseinladungen entscheidet sowieso das Brautpaar, was ihm am besten gefällt :-)

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