Die Kosmetikpflegerin

Wie schon oft erwähnt, glänzen Striche in deutschen Texten ja eher selten durch korrekte Verwendung. Meist fehlen sie dort, wo sie eigentlich hingehören. Hin und wieder tauchen sie aber auch an Stellen auf, an denen sie gar nichts zu suchen haben.

Zum Beispiel in dieser völlig normalen Kombination von Adjektiv und Substantiv:

Da ist ein Bindestrich fehl am Platz. Was man diesem Fehler aber zugute halten muss, ist, dass er wenigstens nicht den Sinn der Aussage verfälscht. Ganz im Gegensatz zu diesem hier:

Bildschirmfoto 2013-07-02 um 11.53.41

Der Strich hinter »Kosmetik« soll offenbar ein Ergänzungsstrich sein. Korrekt gesetzt, zeigt ein solcher Strich an, dass der zweite Teil der folgenden Zusammensetzung auch für diese gilt; dass man aber im Sinne der Lesbarkeit darauf verzichtet, diesen zweiten Teil doppelt zu nennen (Beispiel: »Käse- und Wurstspezialitäten« statt »Käsespezialitäten und Wurstspezialitäten«).

Der zweite Teil der folgenden Zusammensetzung ist in diesem Fall aber »pflegerin« – was wiederum bedeutet, dass die Langfassung dieser Zeile »Kosmetikpflegerin und Fußpflegerin« lautet.

Gemeint ist natürlich »Kosmetikerin und Fußpflegerin«. Tatsächlich enden also auch hier beide Wörter gleich, nämlich auf »-erin«. Das aber ist kein Bestandteil einer Zusammensetzung, sondern eine Endung – und für die ist der Ergänzungsstrich nicht zuständig, die muss man beide Male schreiben.

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