Das Opa-Buch

In diesem Jahr habe ich endlich ein Projekt fertiggestellt, das mich schon längere Zeit beschäftigt, für das ich mir aber viel zu selten Zeit genommen habe. Umso stolzer und glücklicher bin ich jetzt über das Ergebnis: Ich habe meinen Opa posthum zum Buchautor gemacht!

Mein Großvater mütterlicherseits, geboren 1896 im mittelschlesischen Ransen, hat im Jahr 1975 Erinnerungen an seine Kindheit und Jugendzeit auf dem Lande aufgeschrieben. Mühsam hat er die Seiten damals auf seiner alten Schreibmaschine getippt – mit zwei Durchschlägen, denn alle drei Kinder sollten ein Exemplar bekommen.Mein Opa war als ehemaliger Hamburger Polizist ein sehr planvoller Mensch, aber Erinnerungen lassen sich eben doch nur begrenzt im Voraus strukturieren, zumal, wenn man fast 80 Jahre alt ist. Von Computern war damals sowieso noch nicht die Rede. Dementsprechend sah das Manuskript aus:

Mehr als 40 Seiten, eng beschrieben, mit durchgestrichenen Stellen, die teilweise mit Ersatztext versehen waren, und auch mit zahlreichen Dopplungen. Ich stelle mir vor, wie der alte Herr immer wieder vor seiner Schreibmaschine saß und nicht mehr so genau wusste, ob er bestimmte Dinge schon geschrieben hatte oder nicht.

Meine Idee war es, dieses Manuskript zu einem Buch zu machen. Nicht zum Verkaufen, nur für private Zwecke. Dazu wollte ich die Erinnerungen in die richtige Reihenfolge bringen und die Dopplungen tilgen. Der Text selbst mit dem unnachahmlichen Stil meines Opas sollte aber erhalten bleiben. Aber die Manuskriptseiten sind zu eng beschrieben, als dass ich sie für eine Vorstrukturierung hätte bearbeiten können. Also habe ich im ersten Schritt einmal alles abgetippt, um eine elektronische Arbeitsgrundlage zu haben. Das ging relativ schnell – die eigentliche Bearbeitung habe ich leider viel zu oft aufgeschoben bzw. aufschieben müssen.

Als der Text fertig war, habe ich mit der wunderbaren Frau Langenhagen von der Buchbinderei Altona beratschlagt, wie ich das Format am besten bearbeite, damit sie ein schönes Buch daraus machen kann. Und Anfang Dezember übergab ich ihr schließlich drei Sätze von doppelseitigen Ausdrucken auf A4 – wegen des Beschnittrands, der an allen vier Seiten unterschiedlich ist; die eigentliche Seitengröße entspricht eher A5. Wir besprachen, wie der Einband aussehen sollte, welche Farbe das Vorsatzblatt bekommen sollte, in welcher Schrift der Deckel geprägt werden sollte und dass die Bücher ein Lesezeichenband bekommen sollten.

Viel Arbeit also insgesamt, aber sie hat sich wirklich gelohnt:



 

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