Apfelgriebsch, kalter Hund und das Gelbe vom Ei

Schon mehrfach – nämlich hier und hier – habe ich über den Atlas zur deutschen Alltagssprache berichtet, ein Projekt der Universität Salzburg, das sich schon seit 2003 mit der Kartierung von regional gebrauchten Begriffen beschäftigt. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Schriftdeutsch, sondern darum, wie Menschen in den verschiedenen Regionen des deutschen Sprachraums tatsächlich sprechen. Die abgefragten Begriffe und Redewendungen werden auf einer Landkarte markiert, sodass die Verteilung der unterschiedlichen Varianten ersichtlich wird.

Ich finde dieses Projekt sehr spannend: Zum einen wird mir dabei immer wieder bewusst, wie vielfältig die Alltagssprache ist; zum anderen erinnere ich mich an den Teil meiner Studienzeit, den ich in Stuttgart verbracht habe. Dort erntete ich nur fragende Blicke, wenn ich zum Beispiel von einem Feudel, einem Groschen (ja, die Studienzeit ist lange her), von Puschen oder davon sprach, dass jemand krüsch sei – Wörter, die hier im Norden völlig normal, 700 Kilometer südlich aber völlig unbekannt sind. Im Gegenzug lernte ich Begriffe wie Gutsle/Gutsla oder schleckig (das schwäbische Pendant zu krüsch).

Das Projekt geht mittlerweile in die 11. Runde, der Fragebogen dazu ist seit Kurzem online. Jede und jeder kann mitmachen – das Projektteam freut sich über rege Beteiligung!

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