Ach, wie rührend!

Ein Grund, warum ich diese Zeitung lese: Sie ist so wunderbar handlich klein, dass man auch in der U-Bahn problemlos darin blättern kann, ohne seinem Sitznachbarn ins Gehege zu kommen.

Ein weiterer Grund: Fast jeden Tag gibt es (aus dem einen oder anderen Grund, meistens aber aus dem anderen) etwas zum Schmunzeln. Gestern allerdings zauberte ein Artikel jede Menge Fragezeichen auf meine Stirn. Da lautete die Headline einer Konzertkritik wie folgt:

(Hamburger Morgenpost, 13.11.2008)

Hm. Das Wort »rürig« gibt es nicht. Es gibt »rührig«, also mit h – was zugegebenermaßen nicht ins Layout gepasst hätte. Also nur ein »Tippfehler« aus Platzmangel? Aber selbst wenn: »rührig« bedeutet so viel wie »eifrig, emsig«. Eifrige Rückkehr?!

Dass es das nicht sein konnte, zeigte sich im Artikel. Da war es wieder:

Seit dreieinhalb Jahren lebt der Sänger nun schon in Berlin, doch scheint der gebürtige Stader auf ewig von seinen Hamburger Fans adoptiert. Und so gerät sein Wirken an alter Stätte zur umjubelten und irgendwie rürigen Rückkehr. 

Gemeint war also vermutlich eher so etwas wie »rührend« oder vielleicht »rührselig«. Also das falsche Wort gewählt – und das auch noch falsch geschrieben.

Erwähnte ich schon, dass die Zeitung keine Schlussredaktion (mehr) hat? 

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