Alle Jahre wieder: Tipps für die Weihnachtspost

Seit einiger Zeit schon sind in den Kaufhäusern, Schreibwaren- und Geschenkeläden wieder Weihnachtskarten zu finden. Schöne und weniger schöne, mit traditionellen und modernen Bildern, lustige, besinnliche, peinliche … und vor allem viele fehlerhaft bedruckte!

Aber was die Verlage falsch drucken, muss man ja nicht auch noch bei der eigenen Post wiederholen. Deshalb hier – wie jedes Jahr – noch einmal die Checkliste für die richtigen Schreibweisen:

  1.  Das neue Jahr ist kein Eigenname, und auch sonst gibt es keinen Grund für ein großes N. Wer seinen Kunden und Geschäftspartnern ein frohes neues Jahr wünscht, hat alles richtig gemacht.
  2. Ja, »ins« ist eine Kurzform für »in das«. Trotzdem ist es unnötig, diese Kurzform mit Apostroph zu scheiben, denn sie ist eindeutig. Auslassungen muss man nur dann mit einem Apostroph kennzeichnen, wenn die Konstruktion anderenfalls Missverständnisse hervorrufen könnte. Richtig also zum Beispiel: »Kommen Sie gut ins neue Jahr!«
  3. Auch wenn das Wort in der Weihnachtspost eher selten vorkommt: Der letzte Tag des Jahres heißt »Silvester« – mit i, nicht mit y.
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5 Kommentare

  1. Am 17. November 2011 um 09:44 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Gute Idee, das mal schön knackig für alle zusammenzufassen. Allen Sprachmenschen, die so was (auch noch gedruckt!) bekommen, rollen sich da jedes Jahr wieder die Zehennägel auf.

    Übrigens lese ich den Kindern gerade den „Satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch“ von Michael Ende vor, der ja bekanntlich in der Silvesternacht spielt. Und was soll ich sagen, da wird Silvester stur mit y geschrieben … Hat das Lektorat da wohl gepennt? Oder waren früher (das Buch ist ja aus den 80ern) tatsächlich beide Schreibweisen erlaubt? Weißt du da was?

    • Sprachpingel
      Am 17. November 2011 um 09:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das ist ja spannend. Nein, spontan weiß ich nicht, ob früher beide Schreibweisen erlaubt waren – kann ich mir aber nicht vorstellen. Leider habe ich keinen alten Duden mehr. Vielleicht liest hier noch jemand mit, der einen hat, und mal nachschauen mag?

  2. Am 21. November 2011 um 14:49 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wegen Euch war ich gerade im Keller und habe mein erstes Wörterbuch „Mein Wortschatz“ aus dem Keller geholt. ;-) Auch 1982 war die korrekte Schreibweise schon „Silvester“. Also hat doch das Lektorat gepennt? Eigentlich unvorstellbar bei so einem Klassiker, aber es scheint doch so zu sein.

    • Sprachpingel
      Am 21. November 2011 um 15:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Ich las es grad bei Twitter, aber dass du das meinet-/unseretwegen tust … hach, toll! Danke für die Info!

      Dass das Korrektorat gepennt hat, ist eine Möglichkeit; da das Wort aber so oft vorkommt, halte ich das für eher unwahrscheinlich. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Michael Ende diese Schreibweise unbedingt beibehalten wollte. Der „Wunschpunsch“ ist ja deutlich nach „Momo“ und der „Unendlichen Geschichte“ erschienen, Ende war also schon ein gefeierter Autor – da drücken Verlage sicher mal ein Auge zu.

      • Am 21. November 2011 um 15:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

        Fragt sich nur, warum! Ist doch echt weder schöner noch irgendwie richtiger … Merkwürdig. Aber da er einer meiner Lieblingsautoren ist und ansonsten mit der Sprache ganz wunderbare Dinge anstellt, darf er das. Aber nur er!

        Vielen Dank fürs Rausfinden, Miriam! Ich glaub, meinen „Wortschatz“ habe ich irgendwann entsorgt …

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