Rubrik: Kleiner Fehler, große Wirkung

MacBook Pro mit Tasche für 10 Taler! Oder doch nicht?

Das hier passt wunderbar zu den toten Taschen: Auf der Seite eines Computerhändlers fand ich neulich dieses Kleinod der falschen Rechtschreibung.

Dass das auf dem Komplettbild gezeigte iPhone nicht im Lieferumfang enthalten ist, sagt der Händler fairerweise dazu – ist sich aber offenbar nicht bewusst, was er mit dieser Schreibung ohne Bindestriche nichtsdestotrotz aussagt, nämlich: dass das MacBook sehr wohl dabei ist! Da nenne ich 9,99 Euro für das Set doch mal einen richtig guten Preis!

Was er tatsächlich hätte schreiben sollen, ist

… Kombination aus MacBook-Pro- und iPhone-Tasche …

Der Strich hinter »Pro« heißt Ergänzungsstrich. Er zeigt an, dass das, was im nächsten gekoppelten Substantiv am Ende steht – also »Tasche« –, auch für diesen Begriff gilt. Zu diesem Strichlein habe ich kürzlich hier ein bisschen mehr geschrieben.

(Frage an die hier mitlesenden Juristen: Wie aussichtsreich wäre es eigentlich, aufgrund dieser falschen Schreibung auf der Herausgabe eines MacBook Pro zu bestehen?)

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Tot oder lebendig?

Auf der Webseite eines Modeunternehmens stolperte ich gerade über folgende Überschrift:

Tote Taschen

Die Unart, auf Bindestriche zu verzichten (im Sprachpingeljargon: Deppenleerzeichen zu setzen), greift heute immer mehr um sich. An diesem Beispiel zeigt sich mal wieder überdeutlich, wozu diese Bindestrich-Askese führen kann: Wer um alles in der Welt sollte denn wohl auch lebendige Taschen kaufen wollen?

Vielleicht oute ich mich als Hinterwäldlerin, wenn ich sage, dass ich von »tote« im Zusammenhang mit Mode vorher noch nie gehört hatte. Tatsächlich gibt es aber im Englischen den Begriff »tote bag«, der früher im Grunde nichts anderes bezeichnete als einen Jutebeutel. Heute ist eine »tote bag« einfach eine Handtasche, die auf beiden Seiten einen Henkel hat – eine Tragetasche eben. Das Verb »to tote« bedeutet nichts weiter als »tragen«.

Aber der Name »Tragetasche« wäre sicher wenig verkaufsfördernd für die Art von Taschen, die auf dieser Webseite abgebildet war. Also blieb man bei »tote« und kombinierte das mit dem deutschen Substantiv. Letzteres ist grundsätzlich löblich – dann aber, liebe Leute, müsst ihr auch einen Bindestrich schreiben. Gut lesbar bzw. verständlich ist es dann immer noch nicht, aber immerhin merkt man gleich, dass vermutlich nicht das deutsche Adjektiv »tot« gemeint ist:

Tote-Taschen

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Fühlt sich an wie …

… hmmmm … Spinat? Und irgendwas Cremiges?

(gefunden auf der Wochenkarte einer Kantine in Hamburg)

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Gastkommentar: Mit heißer Nadel gestrickt

Zum heutigen Sportteil der Hamburger Morgenpost (Mopo) folgt nun eine sprachliche Analyse von Ingo T. aus H. Der Gastkommentator ist vom Fach, sowohl sprachlich als auch hinsichtlich des runden Leders.

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Die Mopo rationalisiert die deutsche Sprache und macht aus zwei Fügungen eine:

»Charles Takyi ist keine Option dar.«

Die Mopo meidet simplifizierende Begriffe, zum Beispiel das Wort »Ball«. Außerdem hält doppelt immer besser:

»Zumindest der Einsatz stimmte: Schalkes Sergio Escuderos (…) kämpft voller Elan um den Elan.«

Deutlich subtiler zeigt sich diese Taktik hier:

»Engagement und Einsatzwillen konnte man den Norddeutschen zwar nicht absprechen …«
(aber vielleicht Esprit und Spielwitz. Oder Blacky und Fuchsberger. Oder Schokoweihnachtsmann und Jahresendzeitschokoladenhohlkörper.)

Die Mopo überlässt es dem Leser, die Situation zu bewerten: Wollte Kalle die Situation entschärfen? Oder entscheiden? Oder gar jemanden schächten?

»Am Nachmittag versuchte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge die Situation zu entschäften.«


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Brechfest auf dem UN-Gipfel

Hübscher Schreibfehler im Newsticker der Rhein-Zeitung:

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Kommt auf den Kaffee noch was drauf?

Ohne Worte … nein, nicht ganz ohne: Danke (wieder mal) an Katja, die dies in einer Bäckerei in Hamburg-Barmbek entdeckt hat!

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Tierisches Tuwort

Ich hab ein neues Verb gelernt, und das hat gebogene Hörner:

(gefunden bei Xing)

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Wer wurde getragen?

Bei Ebay bin ich ausschließlich privat unterwegs, und da achte ich nicht so sehr auf Sprachliches. Ab und zu aber gibt es interessante Formulierungen, an denen ich einfach nicht vorbeikomme. Zum Beispiel diese:

Aus sprachlicher Sicht betrachtet, knirscht es da gewaltig. So kann der Satz nur eines bedeuten:

Ich habe sie erst vor 3 Monaten gekauft & ich wurde bisher nur 2-mal getragen.

Denn man fragt: »Wer wurde getragen?«, benötigt also als Bezug ein Wort, das im Nominativ steht. Und da gibt es weit und breit nur eins, nämlich »Ich«. Das »Sie« (das kleingeschrieben werden muss) steht im Akkusativ und taugt deshalb nicht als Bezugswort für den zweiten Teil des Satzes.

Das Ganze entsteht dadurch, dass der erste Teil (vor dem &-Zeichen) aktiv und der zweite passiv formuliert ist. Kaum streicht man das Wort »wurde«,  stimmt der Bezug wieder:

Ich habe sie erst vor 3 Monaten gekauft & bislang nur 2-mal getragen.

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Freudentummel

Manchmal ergibt ein Tippfehler ein neues Wort, das fast hübscher klingt als das gemeinte. Zum Beispiel hier:

Gefunden in einer Kritik zum – empfehlenswerten! – Film »Invictus« mit Morgan Freeman (als Nelson Mandela) und Matt Damon.

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Wo laufen sie denn?

Das mit dem einen falschen Buchstaben hatten wir ja gerade. Hier noch so ein Beispiel:

(gefunden im medienhandbuch.de)

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