Kürzlich erreichte mich dieses Fundstück aus einem Ferienhaus in Dänemark:
Klar, möglich ist alles. Aber es kann mir doch keiner erzählen, dass DAS keinen Ärger mit dem Vermieter gibt!
Kürzlich erreichte mich dieses Fundstück aus einem Ferienhaus in Dänemark:
Klar, möglich ist alles. Aber es kann mir doch keiner erzählen, dass DAS keinen Ärger mit dem Vermieter gibt!
Folgenden Satzanfang fand ich neulich in einem zu lektorierenden Text:
Eine von der Stiftung beauftragte Studie zeigte, dass …
Es ist klar, wie das Ganze gemeint ist – wie es nur gemeint sein kann: Die Stiftung hat jemandem den Auftrag gegeben, eine Studie durchzuführen. Und doch ist das Partizip »beauftragte« hier falsch. Das Verb »beauftragen« braucht zwingend ein Objekt, und zwar eines, das in diesem Fall im Akkusativ steht (Frage: »Wen oder was?«): Man beauftragt immer jemanden, etwas zu tun.
Das Partizip »beauftragte« kann sich demnach nur auf eine Person oder Institution beziehen, die einen Auftrag erhalten hat bzw. ausführt.
Im oben zitierten Satz bezieht es sich aber auf die Studie selbst, und die hat nun ganz sicher keinen Auftrag. Richtig ist deshalb:
Eine von der Stiftung in Auftrag gegebene Studie zeigte, dass …
Zwei von drei Veranstaltungseinladungen beginnen mit den Worten: »Es ist wieder soweit!«
Ich mag es nicht mehr lesen.
Abgesehen davon, dass es kaum eine langweiligere und einfallslosere Einleitung für solche Texte gibt, ist das Ganze auch noch in aller Regel falsch geschrieben – nämlich so, wie ich es gerade zitiert habe. Richtig ist aber in diesem Fall die Getrenntschreibung: »Es ist wieder so weit!«
Zusammengeschrieben wird nur dann, wenn »soweit« als Konjunktion einen Nebensatz einleitet, der dann in der Regel anzeigt, dass man die Aussage des Hauptsatzes vorsichtig einschränkt:
Soweit ich weiß, ist er noch im Urlaub.
In allen anderen Fällen schreibt man getrennt, auch wenn es noch so oft anders zu lesen ist. Richtig ist also:
So weit die Theorie. Kommen wir nun zur Praxis.
Ich kann gar nicht so weit laufen.
Apropos laufen – kürzlich fand ich diese Headline im Netz:
Hier ist es sogar so, dass beide Schreibungen einen Sinn ergeben. In dem Artikel ging es um untrainierte Jedermann-Sportler, die sich vornehmen, einen Marathon zu laufen. Da kann man nun bezüglich der Überschrift interpretieren: In der gewählten Schreibung bedeutet sie so viel wie »Falls die Knie das aushalten(, ist das zu schaffen)«. Als schlüssiger empfinde ich hier aber die Getrenntschreibung, sodass die Aussage wäre: Diese Sportler können eine bestimmte Strecke (= so weit) laufen, bis die Schmerzen in den Knien sie zum Aufgeben zwingen.
Mundspülung soll Menschen helfen, die schmerzempfindliche Zähne haben. So weit, so richtig. Was aber auf dieser Flasche steht, ist sprachlicher Blödsinn – wenn auch von einer Art, die sich für viele erst auf den zweiten Blick offenbart. Sprachpingels Spezialgebiet!
Das zweite Versprechen lautet: Diese Mundspülung schützt vor Zahnhalskaries. Daran ist sprachlich nichts auszusetzen.
Wovor aber schützt sie zuerst?
Vor Zähnen.
Merken Sie was? Hier wird das, was geschützt werden soll – die Zähne –, verwechselt mit dem, wovor geschützt werden soll: nämlich der Schmerzempfindlichkeit. Ich treibe das Bild, das hier (versehentlich) gezeichnet wird, mal auf die Spitze, damit deutlich wird, woran es hapert: Niemand mit schmerzempfindlichen Zähnen wird Sie mehr beißen, wenn Sie Ihren Mund regelmäßig mit dieser Flüssigkeit spülen.
Klassischer Fall von »Aber man versteht doch, was gemeint ist!« – klar. Aber das hier ist nicht umsonst das Sprachpingel-Blog.
Ich habe hier ja neulich schon mal festgestellt, dass Bindestriche eher zu selten gesetzt werden als zu oft. In dem betreffenden Blogeintrag habe ich die Tütensuppe, auf deren Packung der Untertitel »Heißer-Genuss« prangt, mit einem vierblättrigen Kleeblatt verglichen – denn auch nach zu viel gesetzten Bindestrichen kann man lange suchen.
Aber sie sind doch nicht ganz so selten, wie ich dachte. Hier ist noch so ein Beispiel:
Dass der Strich für einen Bindestrich ein wenig zu lang geraten ist – geschenkt. Viel interessanter ist die Bedeutungsverschiebung, die er bewirkt.
Sprachlich betrachtet ist ein »Budapester-Salat« nämlich nicht ein Salat aus Budapest (das wäre er nur ohne den Bindestrich), sondern ein Salat aus Budapestern. Kannibalismus im Supermarkt!
Neulich beim Einkaufen, nichts Böses ahnend, fand ich im Supermarkt den Werbeflyer eines Anbieters von Selbstverteidigungskursen. Darauf stand:
Selbstbehaupte Dich endlich!
Techniken der Selbstverteidigung zu erlernen, ist immer eine gute Sache und unbedingt empfehlenswert. Sprachlich aber ist das hier ein glatter K.-o.-Schlag.
Man kann sich (selbst) behaupten – die Ergänzung »selbst« ist dabei unnötig, wenn auch nicht falsch. Das Verb heißt einfach nur »behaupten«. Es ist in dieser Bedeutung reflexiv, braucht also das »sich«, das natürlich dem Satzzusammenhang entsprechend gebeugt wird. In der Anrede einer anderen Person wird es also zum »Dich«.
Nun kann man das Ganze mit einem »selbst« verstärken; dann aber muss sich dieses »selbst« auf die Person beziehen und nicht auf die Tätigkeit: sich selbst, mich selbst, Dich selbst usw.
Richtig wäre also:
Behaupte Dich endlich selbst!
So ist es sprachlich korrekt und obendrein viel anschaulicher und aussagekräftiger: Schließlich geht es doch darum, die Verteidigung in die eigenen Hände zu nehmen (und nicht darauf hoffen zu müssen, dass andere einem helfen).
Genau dasselbe gilt übrigens, wenn man statt »behaupten« das Verb »verteidigen« nimmt. Zusammen schreibt man nur bei den Substantiven: »Selbstbehauptung« und »Selbstverteidigung«.
Diese Anmerkung fand ich kürzlich auf einer Internetseite, auf der Kleidung angeboten wurde:
(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
Schon vorne fehlt ein Bindestrich (»B-Qualitäten«), aber um den geht es mir jetzt gar nicht.
So, mit dieser Schreibung, sagt der Satz: In der Kleidung werden hin und wieder Maschinen gefunden! Aber wer will schon eine Kaffemaschine am T-Shirt kleben haben? Oder gar eine Waschmaschine? Abgesehen davon, dass das den Tragekomfort vermutlich nicht gerade erhöht, sieht es auch nicht besonders gut aus. Gut, dass es die optische Prüfung gibt!
Spaß beiseite: Gemeint sind natürlich Maschinenfehler und Druckfehler. Weil aber diese Dopplung des Wortteils »-fehler« holprig klingt, lässt man ihn beim ersten Wort weg – das ist völlig legitim und absolut im Sinne der Lesefreundlichkeit. Diese gute Absicht macht man aber sofort zunichte, wenn man hinter »Maschinen« keinen Auslassungsstrich setzt. Der heißt so, weil er anzeigt, dass hier etwas ausgelassen wurde, was an späterer Stelle im Satz zu finden ist. Richtig ist also
… da Maschinen- oder Druckfehler gefunden wurden, die …
Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass Striche nicht egal oder vernachlässigbar sind.
Es gibt einen Unterschied zwischen »gratis« und »umsonst«. Darauf angesprochen, kennen den auch die meisten deutschen Muttersprachler:
gratis = kostenlos
umsonst = vergeblich
In der Umgangssprache ist es aber fast schon gang und gäbe, dass man »umsonst« sagt, wenn man meint, dass etwas nichts kostet. In Hamburg ist auch »für umsonst« ganz verbreitet (allerdings noch falscher). In der Schriftsprache sollte man sich aber schon an korrekte Begriffe erinnern und benutzen. Das erwarte ich insbesondere von Leuten, die mit dem geschriebenen Wort ihr Geld verdienen.
Aber Erwartungen werden ja auch gerne mal enttäuscht. Hier zum Beispiel auf der Webseite einer Zeitschrift:
(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
Heißt: Wenn Sie kein Abonnent sind, zahlen sie 40 Cent. Wenn Sie Abonnent sind – vergessen Sie’s.
Dabei liegen das g und das u auf der Tastatur gar nicht mal SO nahe beieinander, dass der Schreiber sich einfach vergriffen haben könnte.

(gefunden in einem Blog, danke an Katja für den Hinweis!)