Rubrik: Allgemein

Lektorat? Brauchen wir nicht!

Wenn ich in der U-Bahn sitze, lese ich meist oder schaue aus dem Fenster. Hin und wieder lohnt es sich aber dann doch, mal einen Blick auf die Anzeigen zu werfen, die es dort zu sehen gibt. Neulich fand ich dies hier:

Kieztour

Ich habe dieses Angebot nicht getestet, für Nicht-Hamburger ist es bestimmt spannend. Aber: Es hätte diesen viereinhalb Zeilen dann doch ganz gut getan, wenn jemand sie noch einmal gegengelesen hätte.

Das fehlende Komma hinter dem ersten Wort – geschenkt. Aber die Aufzählung dessen, worüber die Besucher hier mehr erfahren werden, wechselt einfach vom (richtigen) Akkusativ in den (falschen) Dativ. Dieses Phänomen beobachte ich häufig. Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum es für viele offenbar so falsch klingt, konsequent bei einem Fall zu bleiben. Aber im Detail: Es geht hier darum, worüber man mehr erfährt – anders gefragt: über wen oder was. Auf die Frage »Wen oder was?« antwortet man mit dem Akkusativ. Das gilt für jedes einzelne Element der Aufzählung. Richtig ist also:

Alles, was Sie schon immer über 〈wen oder was?〉 die Reeperbahn, 〈über wen oder was?〉 das älteste Gewerbe der Welt und 〈über wen oder was?〉 dessen Hintermänner erfahren wollten!

Der zweite Satz enthält einen Fehler, der auf den ersten Blick ähnlich aussieht, grammatisch aber anders gelagert ist: Der Teil nach dem Komma ist eine nähere Beschreibung des Begriffs vor dem Komma (»Ritze«). So eine nähere Beschreibung heißt Apposition. Wenn diese Apposition mit einem Artikelwort (also der/die/das, einer/eine/ein) eingeleitet wird, muss sie im gleichen Fall stehen wie das Bezugswort. Der Name der Kneipe steht hier im Akkusativ (Einblick in wen oder was?), also muss auch die Apposition im Akkusativ stehen:

Außerdem erhalten Sie bei uns einen exklusiven Einblick in die »Ritze«, die bekannteste Boxkneipe Deutschlands.

Genau gegenüber der Anzeige hing übrigens dieses Plakat. Wie das (Werbe-)Leben manchmal so spielt!

Deutschkurs

 

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Makler fahren nicht mit Bus und Bahn

Makler fahren offenbar nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Das müssen sie auch nicht; der Job ist mit dem Auto ganz sicher besser zu erledigen.

Was ich aber immer wieder erstaunlich finde, ist, wie viele von ihnen trotzdem meinen, das ÖPNV-Netz in Hamburg zu kennen. Ein kurzer Blick auf den (ohnehin mit dieser Anzeige verlinkten!) Stadtplan hätte gezeigt, dass hier etwas nicht stimmt:

U3 Uhlenhorst

Die Haltestelle der U3, die hier gemeint war, heißt Uhlandstraße. Eine Haltestelle mit Namen Uhlenhorst gibt es im gesamten Netz des HVV nicht. Uhlenhorst ist ein Stadtteil von Hamburg – der liegt durchaus in der Nähe der Haltestelle Uhlandstraße, aber selbige befindet sich nicht in Uhlenhorst, sondern in Hohenfelde.

Etwas anders liegt der Fall hier:

Bildschirmfoto 2014-09-16 um 16.45.34

Dieser Makler weiß immerhin, wie die Haltestelle heißt. Allerdings liegt sie auf der Linie U3, nicht auf der U2. Das tat sie mal, aber seit dem Linientausch, der vor inzwischen mehr als 5 Jahren abgeschlossen wurde, gehört sie zur Ringlinie, die so bereits zu Beginn des Hochbahn-Betriebs vor 100 Jahren verkehrte. Diese Ringstrecke als eine Linie wurde nämlich mit dem Linientausch wiederhergestellt. Dasselbe gilt auch für die Lübecker Straße, hier wäre die Angabe »(U1/U3)« richtig gewesen. Ein kurzer Blick auf den Verkehrsnetzplan des HVV, und dieser Fehler hätte sich vermeiden lassen.

Auch markante Plätze im Hamburger Stadtgebiet erhalten gern mal neue Namen: Um eine Wohnung in Barmbek-Nord (aufstrebend, aber in den Köpfen vieler Hamburger immer noch ein Arbeiterstadtteil, behaftet mit den entsprechenden Vorurteilen) zu vermieten, die fast direkt am Stadtpark liegt, wird selbiger schnell mal zum »Winterhuder Stadtpark« – das klingt doch gleich viel doller.

Bildschirmfoto 2014-10-13 um 13.40.22

Denn Winterhude, das von Barmbek aus gesehen auf der anderen Seite des Stadtparks liegt, ist definitiv deutlich schicker. Aber genauso wie Winterhude grenzen eben auch Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Alsterdorf an den Stadtpark. Zwar haben das Planetarium oder die Freilichtbühne im Stadtpark die Postleitzahl von Winterhude, aber zum Namen gehört der Stadtteil nicht. Der Stadtpark gehört allen Hamburgern. Deshalb heißt er auch einfach Stadtpark, offiziell auch mal Stadtpark Hamburg, aber ganz sicher nicht Winterhuder Stadtpark.

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»Zwei Minuten für die Sprache« im Oktober: Informationen

Informationen sind eine wichtige Währung. Fast so, als wollte die deutsche Sprache dieser Bedeutung Rechnung tragen, hält sie verschiedene Adjektive bereit, die sich auf Informationen beziehen: informativ, informatorisch und informationell. Was ist dabei was?

Das gängigste der drei Adjektive ist »informativ«. Es bedeutet laut Duden »Einblicke bietend, Aufschlüsse gebend«. Nachdem ich also eine informative Broschüre gelesen habe, weiß ich mehr als vorher, die Inhalte haben mein persönliches Wissen über das betreffende Thema erweitert.

Die Definition für »informatorisch« klingt zunächst einmal sehr ähnlich: »dem Zwecke der Information dienend, einen allgemeinen Überblick verschaffend«. Dieses Adjektiv bezieht sich aber eher auf die Absicht des Absenders als auf die Wirkung beim Empfänger. So kann man beispielsweise einen Fernsehbeitrag über aktuelle Ereignisse in Syrien mit einer Zusammenfassung dessen einleiten, was in den letzten Wochen geschehen ist. Diese Zusammenfassung wäre dann informatorisch (sie kann aber natürlich gleichzeitig informativ sein).

Das Adjektiv »informationell« bedeutet »in Bezug auf Informationen«. Das kennen wir vor allem von dem Begriff »informationelle Selbstbestimmung«, also dem Recht des Einzelnen, »selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu entscheiden« (Quelle).

 

Dies ist die Oktober-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 

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40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
Mehr Infos dazu finden Sie hier.

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Liebster Award: Wer nominiert ist, soll schreiben!

Heike Baller von der Kölner Leselust hat mich hier für den Liebster Award nominiert. Vielen Dank dafür – da lass ich mich nicht lumpen!

Für alle, die den Begriff zum ersten Mal lesen: Der Liebster Award ist dazu gedacht, weniger bekannte Blogs bekannter zu machen. Wobei »Bekanntheit« in diesem Fall offenbar etwas einseitig nach der Zahl der Facebook-Fans bemessen wird – wenn es danach ginge, hätte noch gar nienich irgendjemand dieses Blog jemals gesehen. ;-)

Für den Liebster Award wird man von anderen Bloggern nominiert, bekommt und beantwortet 11 Fragen und nominiert wiederum 11 Blogger, denen man 11 neue Fragen stellt.

Alles klar? Dann los mit Heikes Fragen!

(mehr …)

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»Zwei Minuten für die Sprache« im September: Überblick

Haben Sie immer den Überblick über Ihre Sprache? Ich lese oft, dass jemand »einen Überblick der wichtigsten Fakten« geben möchte. Hier hat sich eine englische Konstruktion in den deutschen Sprachgebrauch eingeschlichen: Der »overview« steht mit der Präposition »of«, was der falschen Genitiv-Konstruktion aus dem obigen Beispiel entspricht. Tatsächlich hat man im Deutschen aber einen Überblick über etwas.

Ähnlich ist es bei Sätzen wie »Bitte finden Sie hier …« oder »Registrieren Sie sich jetzt und erhalten Sie …«. Auch sie basieren auf nachlässig übersetztem Englisch. Die Verben »finden« und »erhalten« bezeichnen beide etwas, was der Handelnde nur begrenzt bzw. gar nicht aktiv steuern kann: Man kann etwas suchen, aber ob man es auch findet, hat man nicht immer selbst in der Hand. Und »erhalten« setzt voraus, dass jemand anders einem etwas gibt.

Die Aufforderungsform (Imperativ) eignet sich aber nur für Tätigkeiten, bei denen der Handelnde auch beeinflussen kann, was passiert.

Wenn Sie also mit Aufforderungsformen arbeiten möchten, achten Sie genau auf die Verben: »Bitte klicken Sie hier, um … herunterzuladen« wäre eine Möglichkeit für den einen Fall. Im anderen ist »Registrieren Sie sich jetzt« völlig in Ordnung, damit haben Sie die Aufforderung integriert. Was immer es als Belohnung gibt, können Sie dann auch in der Aussageform anhängen: »Registrieren Sie sich jetzt, und Sie erhalten …«. Wenn die Zielgruppe auch eine saloppere Sprache erlaubt, wechseln Sie das Verb: »Registriere dich jetzt und hol dir …«.

 

Dies ist die September-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 

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40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
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Sinn und Unsinn von ungefähren Zahlenangaben

Ungefähre Angaben sind nicht so einfach, wie man manchmal meint. Das kleine Wörtchen »circa« in Verbindung mit Zahlen kann sehr praktisch sein. Es kann aber auch Aussagen verwässern oder, was gerade in der Unternehmenskommunikation ganz schlecht ist, den Leser ratlos zurücklassen.

So erging es mir, als ich von einem Bürogebäude las, das »ca. 97 Parkplätze in der Tiefgarage und ca. 3 Außenstellplätze« hat. Ja, wie jetzt? Wenn alle durch die Heckklappe aussteigen, passen vielleicht auch 105 Autos in die Tiefgarage? Parkplatz ist doch wohl Parkplatz, ganz besonders in der Tiefgarage. Auf dem Hof kann ich mir schon eher vorstellen, dass man ein bisschen zusammenrückt und statt 3 auch 4 Autos Platz finden. Das sind dann aber keine definierten Außenstellplätze mehr.

Die Verwirrung entsteht hier dadurch, dass wir in Verbindung mit »circa« eine glatte Zahl erwarten, die sich gut einprägt. Und auch nur so ist es sinnvoll. Sprechen Sie beispielsweise von einer Firma, die heute 18 Angestellte hat, demnächst aber 3 oder 4 neue Stellen schaffen will und obendrein eine Mitarbeiterin in den Mutterschutz verabschiedet, würde man von »ca. 20« sprechen.

Je nach Zusammenhang und vor allem je nach Empfänger(-Interessen) sollte man sich allerdings auch die Frage stellen, ob eine ungefähre Angabe überhaupt sinnvoll ist. Dass es exakt 97 Tiefgaragenstellplätze gibt, ist für den Geschäftsführer einer Firma mit 99 Angestellten durchaus eine wichtige Information. Dann aber hat das »ca.« in der Angabe nichts verloren.

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»Zwei Minuten für die Sprache« im August: Viel (zu viel) Erfolg!

Erfolg ist was Tolles. Leider wird er sprachlich allzu oft überstrapaziert. Melde ich mich aus irgendeinem Online-Netzwerk ab, steht da zum Beispiel: »Sie haben sich erfolgreich ausgeloggt.« An anderer Stelle lese ich, dass jemand sein Studium erfolgreich abgeschlossen oder eine Aufgabe erfolgreich gelöst hat. Und noch woanders hat ein Unternehmen es erfolgreich geschafft, Umsatzziele zu erreichen.

Was haben all diese Beispiele gemeinsam? Richtig: In allen Formulierungen kann das Wort »erfolgreich« wegfallen, ohne dass sich am Sinn der Aussage irgendetwas verändert:

  • Sie haben sich ausgeloggt.
  • Er hat sein Studium abgeschlossen.
  • Er hat die Aufgabe gelöst.
  • Die XY GmbH hat ihre Umsatzziele erreicht.

Wenn man beim Ausloggen nicht erfolgreich war, ist man auch nicht ausgeloggt. Ein Studienabschluss belegt den Erfolg des Studiums (unabhängig von der Note): Wer das Examen nicht besteht, also keinen Erfolg hat, hat sein Studium nicht abgeschlossen. Und erfolglos kann man genauso wenig Aufgaben lösen wie Umsatzziele erreichen.

Wenn Sie solche gedoppelten Aussagen vermeiden, sorgen Sie für mehr Klarheit: Der Text wird kürzer, die Botschaft erschließt sich leichter und kommt ohne Umwege bei Ihrer Zielgruppe an.

 

Dies ist die August-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 

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40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
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Straßennamen: Reformierte Schreibung oder nicht?

Kürzlich kam in einem Gespräch die Frage auf, wie sich das eigentlich höchst offiziell mit der Rechtschreibreform in Bezug auf Straßennamen verhält. Müssen Straßennamen in Dokumenten erst dann nach den neuen Regeln geschrieben werden, wenn die Reform auch auf den Straßenschildern und in Stadtplänen angekommen ist?

Schloßstraße_

Die Antwort lautet natürlich: Nein! Die neuen Regeln sind in Kraft, und das seit August 2007 sogar verbindlich und ausschließlich. Im Duden* heißt es dazu:

Die Schreibung auf den Straßenschildern weicht oft von den Regeln ab, doch unabhängig von der Schreibweise auf Schildern sollen Straßennamen, beispielsweise innerhalb von Adressen, nach den gültigen orthografischen Regeln geschrieben werden.

Wenn also auf dem Straßenschild »Schloßstraße« steht, dann ist das kein Argument dafür, es auch in Adressen und sonstigen Texten so zu schreiben. Die Schreibweise mit ß ist inzwischen falsch: Wir haben es mit einem kurz ausgesprochenen o zu tun, deshalb schreibt man »Schloss« mit ss – und demzufolge »Schlossstraße« mit drei s. Bei »Straße« spricht man das a lang aus, deshalb bleibt dort das ß.

Wir wollen mal davon ausgehen, dass Städte und Gemeinden nur deshalb keine neuen Schilder aufstellen, weil sie unsere Steuergelder schonen wollen.

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* Band 9: »Richtiges und gutes Deutsch«, 7. Aufl. 2011
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Immo-Anzeigen: gesammelte Werke (Teil 4)

In letzter Zeit ist mein Steckenpferd, die Beschäftigung mit Wohnungsanzeigen aus sprachlicher Sicht, ein wenig kurz gekommen. Heute aber gibt es endlich mal wieder eine neue Folge!

Vor einigen Jahren erntete ich bei einer Wohnungsbesichtigung verständnislose Blicke einer Maklerin. Sie hatte in der Anzeige 4 Zimmer beschrieben, vorhanden waren aber nur 3. Auf  Nachfrage sprach die Dame: »Wieso – brauchen Sie denn 4 Zimmer?« Sie fand es noch nicht mal seltsam, eine 4-Zimmer-Wohnung zu annoncieren und damit Leuten die Zeit zu stehlen, für die eine 3-Zimmer-Wohnung gar nicht infrage kommt.

Ähnlich unentschieden zeigt sich dieser Vertreter:

3 oder 4

 

Während manch einer die Zimmer nur so ungefähr abzählt, gibt es andere, die es ganz genau nehmen:

5,2 Zimmer

Auch dieser Makler beugt vor: Wer – wie ja so sehr viele von uns – auf dunkle Buden steht, in die sich kaum je ein Sonnenstrahl verirrt, kann sich diese Besichtigung gleich mal sparen. Das nenn ich Service!

Wer helle Wohnungen mag

Vielen Maklern eigen ist die Angewohnheit, die Verhältnismäßigkeit der Preise und der Wohnungsgrößen zu beurteilen. Allerdings legen sie dabei erstaunlich häufig andere Maßstäbe an als ihre potenziellen Kunden:

Viel Platz für wenig Geld

Was ebenfalls nicht ausstirbt, ist der falsche Gebrauch des Fachvokabulars. Über die Maisonette habe ich mich hier schon mal ausführlich ausgelassen, aber auf mich hört ja mal wieder keiner ;-)

Maisonette 2 Etagen

Von genereller Sorgfalt beim Schreiben und Formulieren will ich mal gar nicht anfangen. Damit höre ich lieber auf:

Hsdamburg netral

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Mehr gesammelte Werke:

Teil 2

Teil 3

 

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Der, die, das … was?

Gibt es eigentlich eine Regel dafür, wie sich das Genus von Fremdwörtern bestimmt? Konkret gefragt: Heißt es zum Beispiel der, die oder das Review?

Schlechte Nachrichten: Leider gibt es hier nicht einmal ansatzweise eine befriedigende Regelung.

Teilweise bestimmt sich das Genus nach dem entsprechenden deutschen Wort. Es heißt das Souvenir (nach das Andenken) oder das Chanson (nach das Lied). Sobald es aber mehrere deutsche Entsprechungen gibt, kommt man ins Schlingern: Heißt es das Match (nach das Spiel) oder der Match (nach der Wettkampf)? Antwort: In Deutschland heißt es das, in der Schweiz der. Fragen Sie mich nicht, warum. Ähnlich willkürlich gewählt erscheinen zahlreiche andere Artikel von Fremdwörtern.

Die zweite Regelmäßigkeit folgt dem Prinzip »Kennste eines, kennste alle«: Wörter mit der gleichen Endung haben meist auch den gleichen Artikel. Es heißt das Networking, das Online-Banking und das Rafting; die Entourage, die Kartonage, die Menage. Aber auch das eignet sich nicht als Faustregel.

Und die Moral von der Geschicht’? Lernen, merken und immer wieder nachschlagen. Leider.

Bleibt noch die Frage nach »Review«. Wenn man von einem Titel(bestandteil) englischer oder amerikanischer Zeitschriften spricht, ist die richtig (die Harvard Business Review). Geht es aber um eine kritische Besprechung, gibt der Duden an: »das od. der (…) auch die«.

Hurra.

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