Rubrik: Allgemein

»Zwei Minuten für die Sprache« (12/2015): wieder und wider

Heute gehe ich mal wieder auf einen Wunsch aus dem Leserkreis der »Zwei Minuten« ein: Ich wurde gebeten, doch mal etwas über »wieder« und »wider« zu schreiben. Bitte schön!

Das gebräuchlichere dieser beiden Wörter ist zweifellos das Adverb »wieder«, das als Synonym für »nochmals« und »erneut« aus dem deutschen Sprachschatz gar nicht wegzudenken ist. Es kommt auch in Kombinationen vor, etwa in »wiederholen« oder »wiedergeben« (sowohl im Sinne von »zurückgeben« als auch im Sinne von »noch einmal berichten/abspielen«).

Etwas eckiger ist die Präposition »wider«. Das kommt vor allem daher, dass sie etwas antiquiert ist und mit wenigen Ausnahmen nur noch in gehobener Sprache vorkommt; sonst ist »gegen« das Wort der Wahl. Wir nutzen »wider« hauptsächlich in Verbindung mit Verben, dabei drückt es immer eine (innerlich oder äußerlich) gegenläufige Bewegung aus: »widerstreben«, »widersprechen«, »widerlegen« oder »widerhallen«.

Als einzeln stehendes Wort gehört »wider« heute nur noch in der Wendung »wider besseres Wissen« zum aktiven Sprachschatz. Bei der Gelegenheit: Es heißt nicht »wider besseren Wissens«, auch wenn der Genitiv noch so gut zum angestaubten »wider« zu passen scheint. Ersetzen Sie in Gedanken einfach »wider« durch »gegen«, dann vergessen Sie nie wieder, dass hier der Akkusativ richtig ist.

 

Dies ist die Dezember-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


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»Zwei Minuten für die Sprache« (11/2015): gewohnt oder gewöhnt?

An manche Dinge im Leben werde ich mich wahrscheinlich nie gewöhnen: an Laubbläser zum Beispiel. Oder daran, dass man schon im August Lebkuchen in den Supermarktregalen findet. Dass ich aber jeden ersten Freitag im Monat einen Sprachtipp verschicke, das bin ich gewohnt.

Oder doch gewöhnt?

Da sind wir schon mittendrin im Thema: Wann heißt es eigentlich »gewohnt« und wann »gewöhnt«? Beim Reden komme ich da manchmal selbst ins Schleudern, dabei ist es (wie so oft) ganz einfach.

Man kann eine Sache gewohnt sein. Diese Sache steht grammatisch im Akkusativ, man fragt danach also mit „Wen oder was?«.

Ich bin (wen oder was?) das Treppensteigen gewohnt.

Man kann aber auch gewohnt sein, etwas zu tun.

Er ist [es] gewohnt, die Strecke zu Fuß zu gehen.

Gewöhnt ist dagegen richtig, wenn man dem Objekt der Gewöhnung mit der Frage »Woran?« auf die Spur kommt. Die Aussage enthält dann ein »daran« oder »an«:

Er ist daran gewöhnt, die Strecke zu Fuß zu gehen.
Habt ihr euch schon an die Zeitumstellung gewöhnt?

 

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Steht auf, bevor ihr Schmerzen habt!

Normalerweise geht es hier ausschließlich um Sprache. Nach  mehr als sechs Jahren mache ich jetzt mal eine Ausnahme und berichte von einem Produkttest. Sprachtipps gibt es heute also nicht, dafür nützliche Infos für Schreibtischtäter/-innen, die etwas für ihren Rücken tun wollen. Und eine klare Empfehlung!

Worum geht’s?

Ich arbeite praktisch ausschließlich sitzend am Schreibtisch, meist am Rechner, hin und wieder auch auf Papier lesend. Mein ganzes bisheriges Berufsleben lang, auch schon vor der Selbstständigkeit. Dass das auf Dauer nicht ideal für den Rücken ist, ist mir schon länger klar; dass man nicht nur in der Freizeit für Ausgleich sorgen kann, eigentlich auch – eigentlich. Aber ich musste natürlich warten, bis mir mein Rücken in diesem Sommer deutlicher als jemals zuvor signalisiert, dass Aufschieben einfach nicht mehr gilt.

Diese Testaktion kommt also genau im richtigen Moment. Objekt ist ein höhenverstellbarer Schreibtischaufsatz der Firma VarideskGitte Härter bringt mich drauf:

Bildschirmfoto 2015-10-20 um 14.36.11

Mit diesen Aufsätzen kann man abwechselnd im Sitzen und im Stehen arbeiten, was gut für den Rücken ist – und im Vergleich zu einem kompletten höhenverstellbaren Schreibtisch auch gut fürs Portemonnaie. Ich bewerbe mich also für den Produkttest, den die Agentur denkBar in Bremen betreut. Ich darf mir ein Modell aussuchen, bekomme es für einen Monat zur Verfügung gestellt und soll dann berichten. Ich werde für diese Berichte nicht bezahlt, und ich darf – und soll ausdrücklich! – schreiben, was ich wirklich über das Produkt denke. Das ist doch ein Deal!

Erster Eindruck

Ich entscheide mich für das Modell ProPlus 36 (Kaufpreis: 400 €), das ich aus den Niederlanden geschickt bekomme (die Reise per Kurier gleicht einer Odyssee und dauert 10 volle Tage; ob das eine Ausnahme ist, kann ich nicht beurteilen). Das Paket ist riesig und sehr schwer. Nur mit Mühe bekomme ich den Varidesk allein aus dem Karton heraus und auf den Schreibtisch gewuchtet. Kein Wunder: Das gute Stück wiegt 23,6 kg – ich selbst nur ungefähr das Zweieinhalbfache davon. Meine Bandscheiben ächzen vernehmlich.

Der Aufsatz wird fertig montiert geliefert und nicht auf dem Schreibtisch fixiert, er ruht sich einfach auf seinem Gewicht aus – da war ich vorher sehr skeptisch, aber es klappt tatsächlich. Entsprechend schwierig ist es auch, ihn auf der Schreibtischfläche zu verschieben. Pluspunkt aber: kein nerviges Geschraube. Und irgendwann sitzt dann ja auch mal alles am richtigen Platz.

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Groß wie ein Raumschiff-Cockpit – aber alles Gewöhnungssache!

Der Aufsatz wirkt sehr stabil. Die Flächen für Monitore und Tastatur/Maus haben abgerundete Kanten und eine strapazierfähige, raue Oberfläche. Mein normal großes Mauspad mit Gelkissen findet dort aber leider nicht genug Platz. Das wiederum habe ich über die Jahre so schätzen gelernt, dass es mir schwerfällt, (zumindest für die Testphase) darauf zu verzichten. Die Testzeit wird zeigen, was mein Handballen auf Dauer dazu sagt.

Foto3

Mit diesen Griffen verstellt man die Höhe

An der Seite der Monitorauflage finden sich Griffe, deren Kanten ebenfalls abgerundet sind und sich gut anfassen lassen. Löst man diese Griffe gegen einen kleinen Widerstand, lässt sich der Aufsatz in mehreren Stufen nach vorn oben bewegen. Für mich passen die Stufen gut, für andere aber vielleicht nicht – das könnte unter Umständen schwierig sein, denn für den Komfort kommt es tatsächlich manchmal auf Zentimeter an. Stabile Federn führen die Bewegung, sodass man nicht das Gefühl hat, tatsächlich zwei Monitore zu heben. Das geht in der Aufwärtsbewegung auf Anhieb nicht so einfach, aber es übt sich sehr schnell. In der gewählten Stellung rastet der Aufsatz ein und ist einsatzbereit:

Das ist meine Höhe – es geht höher, bis die Seitenteile senkrecht stehen

Im hochgefahrenen Zustand schwingt der Varidesk leicht, das lässt sich aber wohl kaum vermeiden und hält sich auch absolut in Grenzen. In Tiefstellung ähnelt die Komposition einem Raumschiff-Kommandostand. Sie wirkt einfach gewaltig – aber im Verlauf des Tests wird sich zeigen, dass das Gewöhnungssache ist.

Testphase

Vor dem Test hätte ich gedacht, dass ich vor allem zweite Durchgänge durch Dokumente im Stehen absolvieren würde, bei denen ich bereits lektorierte Texte noch einmal gegenlese und nur noch Feinschliff-Korrekturen mache. Ich habe mir vorgestellt, dass es anstrengend ist, im Stehen zu tippen. Weit gefehlt! Gleich am ersten Tag verbringe ich deutlich mehr Arbeitszeit stehend als im Sitzen. Und ich merke, dass das viel dynamischer ist, denn so ruhig, wie man sitzt, steht man nicht. Man ist viel mehr in Bewegung, und das ist grundsätzlich immer gut.

Am nächsten Tag kommt die erste Quittung:

Ich lasse mich von dem Bericht inspirieren, den Gitte Härter inzwischen auf ihrem Blog veröffentlicht hat, und nehme mir einen Karton dazu, auf dem ich abwechselnd immer mal einen Fuß abstelle. Das entlastet gleichzeitig mein Hohlkreuz (das ich schon deutlich spüre) und sorgt wiederum für neue Bewegung. Zwischendurch, wenn ich wirklich gerade nur lesen und nicht tippen muss, stelle ich mich auf ein Balance Board. Plötzlich kann ich gar nicht genug Bewegung in meinen Arbeitsalltag bringen. Und das macht richtig Spaß!

Sehr praktisch finde ich, dass die Tastaturablage genauso breit ist wie die für die Monitore und dass Letztere eine angedeutete U-Form hat. So gibt es zusätzliche Ablagefläche, auf der Ausdrucke, Stifte oder andere Utensilien Platz finden, die man für die jeweilige Tätigkeit braucht.

Foto

Ablagefläche auf der Monitor-Ebene

Und wenn ich gerade mal nur lese und nicht tippe, lege ich meine Hände außen an die Tastaturablage, wodurch meine Schultern nach außen gezogen werden – auch das ist gut für den Rücken. Im Sitzen habe ich die lästige Angewohnheit, mich immer mal wieder auf die Ellbogen zu stützen, wodurch natürlich der Rücken krumm wird und das ganze Kreuz sich verbiegt. Das passiert im Stehen natürlich überhaupt nicht mehr. Gut so!

Nach der halben Testzeit deutet sich bereits an, dass der Aufsatz nicht nur die Testphase bei mir verbringen wird:

Fazit: Der soll bleiben!

Schon nach wenigen Test-Tagen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich jemals ausschließlich im Sitzen arbeiten konnte. Mein Arbeitstag ist insgesamt viel dynamischer geworden: Mehrmals am Tag wechsele ich vom Stehen ins Sitzen und bin insbesondere während der Standphasen ständig in Bewegung. Auch außerhalb des Büros merke ich, dass sich meine Haltung verbessert, und ich habe deutlich weniger Rückenbeschwerden als vor dem Test. Gerade die Schulterpartie ist merkbar entspannter, aber auch im unteren Rücken spüre ich eine deutliche Erleichterung.

Für mich sind noch einige kleinere Folge-Investitionen nötig: Ohne Gel-Mauspad kann ich nicht gut arbeiten, und mein altes ist, wie beschrieben, zu groß für den Varidesk. Außerdem ist es ratsam, sich für die Arbeit im Stehen eine feste Schaumstoffmatte zuzulegen (werden unter dem Begriff »Anti-Ermüdungsmatte« geführt). Aber dieses Geld investiere ich gern – im Sinne meines Rückens.

Liebe Leute von denkBar PR: Vielen Dank für die Möglichkeit dieses Tests, die für mich genau zur richtigen Zeit kam! Das mit der Abholung können wir uns sparen – und zwar nicht wegen des Kuriers und auch nicht, weil ich gar nicht weiß, wie ich das Ding allein wieder in die Verpackung bekommen soll. Ihr dürft mir eine Rechnung für den Varidesk schicken, denn: Den gebe ich nicht mehr her!

Ein Hinweis für Interessenten bzw. Neu-Benutzer

Zu Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit der Funk-Maus, wenn ich im Stehen gearbeitet habe. Ich hatte zunächst die raue Oberfläche des Aufsatzes als Übeltäter in Verdacht; tatsächlich hatte ich aber nicht daran gedacht, den Empfänger mit auf den Aufsatz zu stellen. Wenn der auf der Schreibtischoberfläche steht und der Aufsatz hochgestellt ist, klappt die Verbindung natürlich nur sehr mühsam.

 

Ergänzung (23.10.2015): Weitere Testberichte aus meinem Netzwerk

Varidesk in Action: Video-Fazit von Gitte Härter

Tagebuch-Testbericht von Deichgrafikerin Katja Frauenkron

 

Ergänzung 2 (28.10.2015): Zusätzliche Käufe

Es gibt nur relativ wenige Mauspads mit Gelkissen, die klein genug für den Varidesk sind. Entsprechend winzig sind auch die Gelkissen, was für mich, die ich an eine großzügig bemessene Handballenauflage gewöhnt bin, keine Option war. Meine Lösung ist jetzt ein Gelkissen ohne Mauspad (von Speedlink, nennt sich »Wrist Rest«). Die Geräusche, die die Maus auf der Varidesk-Oberfläche macht, halten sich für mich in Grenzen; wer da empfindlich ist, sollte besser zunächst ausprobieren, ob die Geräusche der eigenen Maus zu viel Nervpotenzial haben.

Handballenauflage ohne Mauspad

Handballenauflage ohne Mauspad

Zusätzlich habe ich mir jetzt noch ein Balance-Pad zugelegt. Die Modelle, die als »Anti-Ermüdungsmatten« in Ergonomie-Fachgeschäften verkauft werden, sind meist relativ teuer. Ich habe mich vorerst für ein vergleichsweise günstiges Pad von ALEX entschieden (bei Karstadt für knapp 30 Euro, etwas kleiner für 24 Euro), das ich als sehr angenehm empfinde. Es ist relativ dick (knapp 6 cm). Wenn man darauf steht, sinkt man etwas ein, und die kleinen, tief liegenden Muskeln im Rumpf gleichen konstant diese »Unebenheiten« aus, man hat also auch ganz nebenbei noch ein wenig Training.

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»Zwei Minuten für die Sprache« (10/2015): anvisieren, avisieren

Für die »Zwei Minuten« nehme ich immer gern Anregungen auf. Kürzlich bat mich eine Leserin, doch mal über den Unterschied zwischen »anvisieren« und »avisieren« zu schreiben, das könnten nach ihrer Beobachtung viele Menschen nicht richtig auseinanderhalten.

Mache ich doch gern!

Das Verb »anvisieren« bedeutet, dass man etwas wortwörtlich in den Fokus nimmt, zum Beispiel durch eine Kamera, oder dass man durchaus auch im militärischen Sinn auf etwas zielt. Als Ziel anpeilen kann man natürlich auch im übertragenen Sinn: zum Beispiel einen Urlaubsort, ein bestimmtes Geschäftsergebnis oder eine Zielgruppe. Auch in diesen Fällen ist »anvisieren« ein geeignetes Verb, vergleichbar mit »ins Auge fassen« oder »anstreben«.

Ganz anders verhält es sich mit »avisieren«: Es leitet sich von »Avis« ab, und das wiederum ist in der Kaufmannssprache eine (meist schriftliche) Nachricht oder Ankündigung. Man spricht das Wort übrigens mit Betonung auf der zweiten Silbe aus, das s am Ende kann hörbar sein oder nicht. Das dazugehörige Verb »avisieren« bedeutet dann auch »ankündigen«, »in Aussicht stellen«. Dazu noch ein Hinweis aus meiner Beobachtung: Ich lese und höre »avisieren« häufig in Verbindung mit »vorher« oder »vorab«. Das ist eine Dopplung, denn eine Ankündigung erfolgt immer im Voraus. Lassen Sie diesen Zusatz einfach weg.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« (09/2015): niemand und jemand

In meinem letzten Urlaub habe ich einen Roman gelesen, in dem dauernd von »jemand« und »niemand« die Rede war. Was mich dabei komplett irritierte: Niemals wurden diese beiden Begriffe dem Satzzusammenhang entsprechend gebeugt. Es hieß also zum Beispiel:

Er blickte um sich und sah im Hauseingang jemand stehen.
Dafür konnte man nun wirklich niemand die Schuld geben.

Nun bin ich bei Büchern, die ich privat lese, eigentlich gnädig, wenn ich Fehler entdecke. In diesem Fall aber rebellierte mein Sprachgefühl auf das Heftigste, wohl auch deshalb, weil diese Begriffe so häufig vorkamen. Da sie absolut konsequent endungslos blieben, schlug ich zu Hause mal nach. Und siehe da: Es gab was zu lernen!

Tatsächlich sind beide Formen zulässig, die gebeugte und die ungebeugte (fachsprachlich: mit oder ohne Flexionsendung). Das Korrektorat für den Roman hatte nichts falsch gemacht, mein Sprachgefühl hatte mich aber auch nicht getrogen. Es kann im ersten Beispiel von oben genauso »jemanden« und im zweiten »niemandem« heißen. In meinen Ohren klingt es damit auch viel runder und natürlicher, sodass ich dabei bleiben werde.

Der Vollständigkeit halber: Für den Akkusativ vermerkt der Duden, dass die flexionslose (also unveränderte) Form »oft vorgezogen« wird. Das beträfe das erste Beispiel oben. Dies entspricht aber so gar nicht meiner Erfahrung, weder im Schriftdeutsch noch in der Alltagssprache. Wo die Redaktion diese Bewertung hernimmt, bleibt ihr Geheimnis.

 

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Und los geht die wilde Fahrt!

Na, so langsam füllt sie sich doch, meine kleine Raritäten-Sammlung mit richtig geschriebenen »Herzlich willkommen«-Schildern. Dieses Exemplar vom Hamburger Dom (für Auswärtige: das ist keine Kirche, sondern unser Jahrmarkt) hat der Designer Rainer Klute abgelichtet. Danke dafür!

willkommen_Dom

Der Vollständigkeit halber muss ich natürlich erwähnen, dass Franz-Josef Strauß sich korrekt mit ß am Ende schrieb, nicht mit ss. Aber darum geht es ja in dieser Reihe nicht.

Und ich selbst habe auch noch eins eingefangen, und zwar vor dem Bettenhaus Bürger in Hamburg-Eppendorf. Bitte schön:

Willkommen_Bürger

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Herzlich willkommen beim Deutschen Bundestag!

Ich muss ja sagen, es beruhigt mich, dass man wenigstens im/beim Bundestag noch auf korrekte Rechtschreibung achtet!

Bundestag_willkommen

Auch dieses Fundstück stammt vom Präsentationsberater Peter Claus Lamprecht, der in Eckernförde kürzlich eigentlich etwas anderes vorhatte, als den Promo-Truck des Deutschen Bundestages zu besuchen. Unverhofft kommt oft – aber es hat sich ja offenbar gelohnt. Vielen Dank!


(In dieser Rubrik trage ich Bilder von – sehr selten gewordenen – korrekt geschriebenen »Herzlich willkommen«-Grüßen zusammen. Dazu freue ich mich jederzeit über Unterstützung! Weitere Infos gibt es hier.)

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»Zwei Minuten für die Sprache« im August: Verschiedenes

Ich bin ja immer dafür, Texte kurz zu halten. Wenn man Überflüssiges weglässt, entsteht eine klarere Aussage. Aber was ist überflüssig? Die Leitfrage lautet: Verändert sich der Sinn, wenn man auf den fraglichen Teil verzichtet? Klassische Beispiele, in denen die Antwort Nein ist, sind »wie zum Beispiel« (denn »wie« und »zum Beispiel« sagen jeweils allein genau dasselbe aus) oder »eine Win-win-Situation für alle Beteiligten« (weg mit »für alle Beteiligten«!).

Heute habe ich einen Begriff herausgepickt, der oft, aber eben nicht immer überflüssig ist: Es geht um »verschiedene«. Mich juckt es immer in den Fingern, wenn ich so etwas lese wie »80 verschiedene Sorten« oder »15 verschiedene Tierarten«. Lassen Sie mal in beiden Beispielen das Wort »verschiedene« weg. Verändert sich der Sinn? Nein. Also raus damit!

In diesen Fällen steht »verschieden« bei Begriffen, die schon eine Unterscheidung innerhalb einer größeren Menge von Dingen vornehmen. Anders gesagt: »Sorten«, »Arten« und ähnliche Begriffe sind bereits Gruppierungen. Alles, was in eine solche Gruppierung hineingehört, ist gegenüber allem anderen verschieden, sodass es eine Dopplung ist, das noch zusätzlich zu erwähnen.

In anderen Fällen aber verändert »verschiedene« durchaus den Sinn. Wenn zum Beispiel ein Baumarkt schreibt, er habe 30 Schrauben am Lager, könnte man vermuten, dass im Einkauf jemand geschlafen hat. Wahrscheinlicher aber ist, dass der Baumarkt 30 verschiedene Schrauben am Lager hat, und von diesen 30 Sorten dann jeweils Tausende.

 

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Responsive Design für den Pingel!

Die eine oder der andere hat es vielleicht schon bemerkt: Anfang Juli haben dieses Blog und auch meine Website ein Responsive Design bekommen. Am Desktop-Bildschirm sehen beide (bis auf Kleinigkeiten) genauso aus wie sonst – aber es ist jetzt deutlich komfortabler, sie mobil aufzurufen.

iPad_2        iPhone

Wer sich also künftig zum Beispiel eine Bahnfahrt mit nützlichen Sprachtipps vertreiben möchte, muss nicht mehr viel vergrößern und rumschieben, sondern nur noch scrollen.

Vollbracht hat all das die großartige Marion Lustig, die meine Seiten schon lange betreut und vor einigen Jahren auch diesem Blog zu neuem Glanz verhalf. Neben Web-Design bietet sie Grafik-Design inkl. Logo-Entwicklung an, gestaltet Geschäftsausstattungen und ist eine Meisterin darin, aus langweiligen, überladenen PowerPoint-Folien ansprechende, aufgeräumte und informative Vortragsunterstützungen zu machen.

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Ein Bild – nur für mich gemacht!

Letzte Woche bekam ich ein Geschenk, und zwar ein ganz besonderes, das jetzt mein Büro ziert und mir jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Die Deichgrafikerin Katja Frauenkron, mit der ich schon seit vielen Jahren gut befreundet bin, zusammenarbeite und eine große Xing-Gruppe moderiere, überreichte mir dieses Bild:

Bild_Pingel

Ein Bild für den zweiten und dritten Blick, denn während der – natürlich bewusst! – falsch platzierte Apostroph den meisten Betrachtern recht schnell auffällt, überliest man das zweite H in »SCHOHN« erstaunlich leicht. Interessant, was das menschliche Hirn so alles passend macht!

Es handelt sich um Leinwand, die auf einen Keilrahmen gezogen ist (20 x 20 cm). Die Farbe ist tatsächlich grüner, als es hier auf dem Foto rauskommt: ein wunderschönes Türkis. Liebe Katja, vielen Dank!

Weitere Links: Deichgrafikerin, The flap of a seagull’s wing

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