Rubrik: Allgemein

»Zwei Minuten für die Sprache« im Februar: nötig und notwendig

Wie ist das eigentlich mit den Adjektiven »nötig« und »notwendig«, sind die tatsächlich synonym, also gleichbedeutend und damit austauschbar? Spontan möchte man meinen, dass es so ist. Aber schauen wir mal genauer hin.

Synonym sind die beiden häufig in Verbindung mit »sein« (»Es ist nötig/notwendig, dass wir darüber reden.«). Dabei ist »notwendig« schon aufgrund seiner drei Silben nachdrücklicher als das zweisilbige »nötig«; mir persönlich erscheint es auch ein wenig förmlicher bzw. gehobener. Je nach Sprachstil eines Texts kann es also durchaus einen Unterschied in der Wirkung bedeuten, ob man sich für das eine oder das andere entscheidet.

Auch in der Kombination mit anderen Verben lassen sich die beiden oft austauschen: Man kann zum Beispiel etwas für nötig oder für notwendig erachten, etwas kann sich als nötig oder notwendig erweisen. Es gibt aber auch Fälle, in denen nur eins der beiden Adjektive richtig ist.

Die Verbindung mit »haben« funktioniert zum Beispiel nur mit »nötig«, nicht aber mit »notwendig«:

Er hat eine Pause dringend nötig.
Du hast es gerade nötig, dich zu beschweren.

Auch in der Wendung »Das wäre nicht nötig gewesen« ist kein Austausch gegen »notwendig« möglich.

Im Sinne von »zwingend« bzw. »zwangsläufig« wiederum ist nur »notwendig« korrekt:

Das ist die notwendige Konsequenz aus diesem Verhalten.

 

Dies ist die Februar-Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache«, die ich einmal pro Monat per Mail verschicke (Anmeldung). 


40 Ausgaben der »Zwei Minuten für die Sprache« sind auch im Buchhandel erhältlich.
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Zeit- und andere Spannen: nicht mischen!

Angaben von Spannen – ob es sich nun um Daten, Zahlen oder Geld handelt –, bei denen die Präpositionen falsch gewählt sind, lese und höre ich immer wieder, und zwar in letzter Zeit auch häufiger in Tageszeitungen und Nachrichtensendungen. Da heißt es zum Beispiel:

Kinder im Alter zwischen 7 bis 10 Jahren …

oder

Die Kosten betragen zwischen 100 bis 150 Euro.

 

Offenbar ist es höchste Zeit, da mal was klarzustellen! 😉

Es gibt zwei Möglichkeiten, solche Spannen sprachlich korrekt anzugeben:

  1.  „… zwischen … und …“: Diese Variante nimmt die räumliche oder zeitliche Perspektive auf zwei festgesetzte Punkte ein, genau so, wie es bei tatsächlich räumlichen Angaben wäre („Zwischen dem Sofa und dem Bücherregal steht eine Lampe.“).
  2. „… von … bis …“: Hier wird die Strecke zwischen zwei Punkten bezeichnet, so wie in: „Heute fahren wir von Hamburg bis (nach) München, morgen dann weiter nach Italien.“

Die Mischform dieser beiden Varianten, also „… zwischen … bis …“, ist grundsätzlich falsch.

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»Zwei Minuten für die Sprache« im Januar: Wann nutzt man welche Anführungszeichen?

Wann verwendet man welche Anführungszeichen? Dazu erreichen mich immer wieder Fragen, von denen ich einige heute beantworte.

Im Deutschen gibt es zwei gängige Formen: die klassischen Gänsefüßchen („…“), die vorn unten und hinten oben stehen, und die Guillemets (»…«). In der Schweiz zeigen die Spitzen dieser Guillemets vom Zitat weg («…»), und in anderen Sprachen gibt es teilweise noch weitere Formen von Anführungszeichen.

Wie ist es nun innerhalb eines deutschsprachigen Texts mit anderssprachigen Auszügen? Wenn man nur einzelne Wörter oder Wendungen zitiert, verwendet man die gleichen (deutschen) Anführungszeichen wie im restlichen Text. Zitiert man aber einen kompletten Satz oder sogar Abschnitt in einer anderen Sprache, verwendet man für dieses Zitat im Allgemeinen die Anführungszeichen, die in der betreffenden Sprache korrekt sind (bei englischsprachigen Passagen zum Beispiel stehen dann sowohl an- als auch abführende Zeichen oben).

Einfache (halbe) Anführungszeichen sind ausschließlich dazu gedacht, Anführungen innerhalb von Zitaten zu kennzeichnen. Ich sehe häufig, dass sie als Ersatz für die normalen Anführungszeichen verwendet werden, das ist aber falsch. Dieser Gebrauch ist in wissenschaftlichen Arbeiten verbreitet, um die Einführung einzelner Begriffe von echten Zitaten abzugrenzen. Auch in diesem Bereich gehen die Empfehlungen aber inzwischen dahin, solche Begriffe anders hervorzuheben, etwa durch Kursivschreibung.

Übrigens: Die Frage, wann man Anführungszeichen überhaupt verwendet, habe ich vor längerer Zeit schon in einem Newsletter behandelt. Die wesentlichen Punkte dazu finden Sie noch einmal in diesem Blogartikel.

 

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»Zwei Minuten für die Sprache« im Dezember: Zusammen oder gekoppelt?

Es gibt Fragen, die ich immer wieder gestellt bekomme. Zum Beispiel: Wann schreibt man zusammengesetzte Begriffe in einem Wort, und wann sind Bindestriche erforderlich?

Eine klare Regel dafür, wann was von beidem richtig ist, gibt es hier nicht. Falsch ist nur die Getrenntschreibung ohne Bindestrich. Der Maßstab ist die Übersichtlichkeit: Lässt sich das Wort auf Anhieb erfassen? Wenn das der Fall ist, sind Sie mit der Zusammenschreibung meist besser bedient, denn unnötige Kopplungen machen einen Text sperrig und bremsen den Lesefluss.

Wo »unübersichtlich« anfängt, ist natürlich nicht objektiv zu beurteilen. »Kompetenzprofil« ist in der Zusammenschreibung klar erkennbar, »Projektmanagementkompetenz« dagegen ist mit Bindestrich besser zu erfassen (Projektmanagement-Kompetenz). Wenn an der Verbindungsstelle zwei Vokale aufeinandertreffen (Offshore-Energie), ist fast immer die gekoppelte Variante die bessere Wahl.

Solche Entscheidungen hängen aber nicht nur von der persönlichen Beurteilung ab. Wichtig ist auch, wer den Text lesen soll. Je wissenschaftlicher die Inhalte, desto länger sind meist die einzelnen Wörter und desto unempfindlicher sind die Leser in dieser Hinsicht. Texte, die sich eher an eine sehr junge oder weniger gebildete Leserschaft richten, enthalten meist mehr Kopplungen, weil diese die Einzelteile der Zusammensetzungen besser sichtbar machen. Der Lesefluss ist hier als Argument nachrangig, denn er ist bei diesen Zielgruppen ohnehin (noch) nicht so stark ausgeprägt.

Im normalen Geschäftsleben können Sie sich aber an die Faustregel »im Zweifel eher in einem Wort« halten.

 

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Gewonnen!

10 Jahre Lektorat für Unternehmenskommunikation – 10 Gewinnerinnen und Gewinner. Das war mein Versprechen am 1. November, und das löse ich selbstverständlich ein.

Danke zunächst allen, die mitgemacht haben – und danke auch an dieser Stelle für die vielen netten Mails mit Glückwünschen zum Jubiläum! Die meisten Einsendungen enthielten die richtige Lösung: Die 63. Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache« erschien im Januar 2011. In diesem Newsletter ging es übrigens um das Thema »Jahre«: darum, dass man ein frohes neues Jahr wünscht (und nicht ein frohes Neues Jahr, siehe dazu auch hier); darum, wie man Dekaden richtig schreibt – und um die Verbreitung des Wörtchens »in« im Zusammenhang mit Jahreszahlen.

Die Namen derer, die die richtige Lösung eingeschickt hatten, landeten jeweils auf einem kleinen Papierstreifen und wanderten gefaltet in den Lostopf, um dort auf den Einsendeschluss zu warten. Gewinnspiel komplett analog! Dieser Lostopf füllte sich nach und nach, und am gestrigen Sonntag durfte der neutrale Ziehungsbeauftragte seines Amtes walten.

Je eine Print-Ausgabe des Buches »Zwei Minuten für die Sprache – Tipps und Tricks, um besser zu schreiben« geht an diese 10 Personen:

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Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

Herzlichen Glückwunsch! Sie/euch alle werde ich auch noch einmal per E-Mail kontaktieren, um die korrekten Versandadressen zu erfragen bzw. abzugleichen. Ganz viel Spaß und hoffentlich viele erhellende Momente mit den Büchern!

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»Zwei Minuten für die Sprache« im November: Hunderte und Tausende

Die deutsche Sprache ist wirklich nicht leicht. Man kann Hunderte schreckliche Fehler machen! Oder muss es heißen: »schrecklicher Fehler«? Da geht’s doch schon los: Wie ist es denn eigentlich mit Zahlwörtern wie »Hunderte«, »Tausende« oder »Millionen«? In welchem Fall steht das Gezählte?

Der Duden gibt sich salomonisch und sagt: Im Allgemeinen setzt man ein »von« zwischen das Zahlwort und das Gezählte. Dann stellt sich die Frage auch gar nicht (Hunderte von roten Blumen, Tausende von Nadelstichen). Das ist durchaus alltagstauglich, löst aber das Problem nicht.

Wer ohne »von« auskommen möchte, kann das Gezählte in den Genitiv setzen – sofern dieses durch ein Adjektiv näher bestimmt ist. Das trifft auf unser obiges Beispiel mit den schrecklichen Fehlern zu, also ist »Hunderte schrecklicher Fehler« schon mal nicht falsch.

Häufig kommt es laut Duden aber auch vor, dass das Gezählte im gleichen Fall steht wie das Zahlwort. In unserem Beispiel im Akkusativ: »Man kann [wen oder was?] Hunderte [wen oder was?] schreckliche Fehler machen.«

Beide Varianten sind also korrekt. Das sind Sie von mir gar nicht gewohnt, wo doch sonst immer alles drauf ankommt, oder?

 

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10 Jahre Lektorat für Unternehmenskommunikation!

Wie jetzt, 10 Jahre? Tatsächlich! Zum 1. November 2004 habe ich meine freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt angemeldet. Aus einem eher verhaltenen »Mal sehen, ob und wie das klappt« wurde nach und nach zuerst ein »Warum habe ich diesen Schritt nicht früher gewagt?« – und schließlich ein »Ich kann mir keine bessere Arbeits- und Lebenswelt mehr vorstellen!«. Und das hält sich bis heute. Danke an alle Kunden, Geschäftspartner und Freunde, die dazu beigetragen haben und immer noch beitragen!

Mit dem monatlichen Sprachtipp habe ich schon sehr früh begonnen – die allererste Ausgabe der »Zwei Minuten für die Sprache« erschien am 4. November 2005 –, später kam der Beiname »Sprachpingel« dazu: Aus der spontanen Idee für meinen Twitternamen wurde sehr schnell eine Art Pseudonym. Immer wieder begegne ich Leuten, die den Sprachpingel viel eher kannten als meinen richtigen Namen. Klar, dass dieses Blog, das anfangs noch »Frisch gestrichen!« hieß, schon bald nachziehen musste. Mit der Umbenennung und der neuen URL wuchsen Website und Blog dann auch optisch zusammen.

Zurück zum Newsletter: Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass aus ihm inzwischen auch ein Buch geworden ist. Passend zum Anlass verlose ich 10-mal ein Print-Exemplar dieses Buches. Alle, die mir bis zum 14. November 2014, 23.59 Uhr, die richtige Antwort auf folgende Frage per Mail schicken, nehmen an der Verlosung teil:

 

In welchem Monat welches Jahres erschien die 63. Ausgabe des Newsletters »Zwei Minuten für die Sprache«?

 

Wer schon so lange auf dem Verteiler ist und die Mails archiviert hat, muss nur schnell nachschauen. Aber mit den Informationen aus diesem Blogbeitrag lässt sich die Lösung auch herleiten – faire Chancen für alle!

Wer Monat und Jahr herausgefunden hat, mailt* beides bitte mit dem Betreff »Pingel-Buch« an

willkommen (at) sprachpingel.de
(bitte nicht als Kommentar auf diesen Blogartikel posten!).

Die Gewinner gebe ich am 17. November hier im Blog bekannt. Alle Gewinner bekommen selbstverständlich auch eine Mail.

Viel Glück!

 

___

* Die Kontaktdaten verwende ich ausschließlich für dieses Gewinnspiel. Wer also die »Zwei Minuten für die Sprache« nicht abonniert hat und dies auch weiterhin nicht tun möchte, kommt auch nicht auf den Verteiler und muss – außer ggf. der Nachricht über den Gewinn – auch keine weiteren Mails von mir befürchten.
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Lektorat? Brauchen wir nicht!

Wenn ich in der U-Bahn sitze, lese ich meist oder schaue aus dem Fenster. Hin und wieder lohnt es sich aber dann doch, mal einen Blick auf die Anzeigen zu werfen, die es dort zu sehen gibt. Neulich fand ich dies hier:

Kieztour

Ich habe dieses Angebot nicht getestet, für Nicht-Hamburger ist es bestimmt spannend. Aber: Es hätte diesen viereinhalb Zeilen dann doch ganz gut getan, wenn jemand sie noch einmal gegengelesen hätte.

Das fehlende Komma hinter dem ersten Wort – geschenkt. Aber die Aufzählung dessen, worüber die Besucher hier mehr erfahren werden, wechselt einfach vom (richtigen) Akkusativ in den (falschen) Dativ. Dieses Phänomen beobachte ich häufig. Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum es für viele offenbar so falsch klingt, konsequent bei einem Fall zu bleiben. Aber im Detail: Es geht hier darum, worüber man mehr erfährt – anders gefragt: über wen oder was. Auf die Frage »Wen oder was?« antwortet man mit dem Akkusativ. Das gilt für jedes einzelne Element der Aufzählung. Richtig ist also:

Alles, was Sie schon immer über 〈wen oder was?〉 die Reeperbahn, 〈über wen oder was?〉 das älteste Gewerbe der Welt und 〈über wen oder was?〉 dessen Hintermänner erfahren wollten!

Der zweite Satz enthält einen Fehler, der auf den ersten Blick ähnlich aussieht, grammatisch aber anders gelagert ist: Der Teil nach dem Komma ist eine nähere Beschreibung des Begriffs vor dem Komma (»Ritze«). So eine nähere Beschreibung heißt Apposition. Wenn diese Apposition mit einem Artikelwort (also der/die/das, einer/eine/ein) eingeleitet wird, muss sie im gleichen Fall stehen wie das Bezugswort. Der Name der Kneipe steht hier im Akkusativ (Einblick in wen oder was?), also muss auch die Apposition im Akkusativ stehen:

Außerdem erhalten Sie bei uns einen exklusiven Einblick in die »Ritze«, die bekannteste Boxkneipe Deutschlands.

Genau gegenüber der Anzeige hing übrigens dieses Plakat. Wie das (Werbe-)Leben manchmal so spielt!

Deutschkurs

 

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Makler fahren nicht mit Bus und Bahn

Makler fahren offenbar nicht mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Das müssen sie auch nicht; der Job ist mit dem Auto ganz sicher besser zu erledigen.

Was ich aber immer wieder erstaunlich finde, ist, wie viele von ihnen trotzdem meinen, das ÖPNV-Netz in Hamburg zu kennen. Ein kurzer Blick auf den (ohnehin mit dieser Anzeige verlinkten!) Stadtplan hätte gezeigt, dass hier etwas nicht stimmt:

U3 Uhlenhorst

Die Haltestelle der U3, die hier gemeint war, heißt Uhlandstraße. Eine Haltestelle mit Namen Uhlenhorst gibt es im gesamten Netz des HVV nicht. Uhlenhorst ist ein Stadtteil von Hamburg – der liegt durchaus in der Nähe der Haltestelle Uhlandstraße, aber selbige befindet sich nicht in Uhlenhorst, sondern in Hohenfelde.

Etwas anders liegt der Fall hier:

Bildschirmfoto 2014-09-16 um 16.45.34

Dieser Makler weiß immerhin, wie die Haltestelle heißt. Allerdings liegt sie auf der Linie U3, nicht auf der U2. Das tat sie mal, aber seit dem Linientausch, der vor inzwischen mehr als 5 Jahren abgeschlossen wurde, gehört sie zur Ringlinie, die so bereits zu Beginn des Hochbahn-Betriebs vor 100 Jahren verkehrte. Diese Ringstrecke als eine Linie wurde nämlich mit dem Linientausch wiederhergestellt. Dasselbe gilt auch für die Lübecker Straße, hier wäre die Angabe »(U1/U3)« richtig gewesen. Ein kurzer Blick auf den Verkehrsnetzplan des HVV, und dieser Fehler hätte sich vermeiden lassen.

Auch markante Plätze im Hamburger Stadtgebiet erhalten gern mal neue Namen: Um eine Wohnung in Barmbek-Nord (aufstrebend, aber in den Köpfen vieler Hamburger immer noch ein Arbeiterstadtteil, behaftet mit den entsprechenden Vorurteilen) zu vermieten, die fast direkt am Stadtpark liegt, wird selbiger schnell mal zum »Winterhuder Stadtpark« – das klingt doch gleich viel doller.

Bildschirmfoto 2014-10-13 um 13.40.22

Denn Winterhude, das von Barmbek aus gesehen auf der anderen Seite des Stadtparks liegt, ist definitiv deutlich schicker. Aber genauso wie Winterhude grenzen eben auch Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Alsterdorf an den Stadtpark. Zwar haben das Planetarium oder die Freilichtbühne im Stadtpark die Postleitzahl von Winterhude, aber zum Namen gehört der Stadtteil nicht. Der Stadtpark gehört allen Hamburgern. Deshalb heißt er auch einfach Stadtpark, offiziell auch mal Stadtpark Hamburg, aber ganz sicher nicht Winterhuder Stadtpark.

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»Zwei Minuten für die Sprache« im Oktober: Informationen

Informationen sind eine wichtige Währung. Fast so, als wollte die deutsche Sprache dieser Bedeutung Rechnung tragen, hält sie verschiedene Adjektive bereit, die sich auf Informationen beziehen: informativ, informatorisch und informationell. Was ist dabei was?

Das gängigste der drei Adjektive ist »informativ«. Es bedeutet laut Duden »Einblicke bietend, Aufschlüsse gebend«. Nachdem ich also eine informative Broschüre gelesen habe, weiß ich mehr als vorher, die Inhalte haben mein persönliches Wissen über das betreffende Thema erweitert.

Die Definition für »informatorisch« klingt zunächst einmal sehr ähnlich: »dem Zwecke der Information dienend, einen allgemeinen Überblick verschaffend«. Dieses Adjektiv bezieht sich aber eher auf die Absicht des Absenders als auf die Wirkung beim Empfänger. So kann man beispielsweise einen Fernsehbeitrag über aktuelle Ereignisse in Syrien mit einer Zusammenfassung dessen einleiten, was in den letzten Wochen geschehen ist. Diese Zusammenfassung wäre dann informatorisch (sie kann aber natürlich gleichzeitig informativ sein).

Das Adjektiv »informationell« bedeutet »in Bezug auf Informationen«. Das kennen wir vor allem von dem Begriff »informationelle Selbstbestimmung«, also dem Recht des Einzelnen, »selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu entscheiden« (Quelle).

 

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